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STREICHER
à Vienne (°1794)


1834 - 1867

1834

VIENNE - "J. B. Streicher, bürgerl. und ausschließend privil. Klavier- Instrumentenmacher in Wien, Landstraße, Ungargasse Nr. 413 (Exp. Nro. 381).

Hr. Aussteller übernahm das Geschäft von seiner Mutter, welche im J. 1794 nach dem Tode ihres Vaters, des berühmten Orgelbauers und Klaviermachers Andreas Stein, von Augshurg nach Wien überstedelte, und ansänglich mit ihrem Bruder unter der Firma Geschwister Stein, später und zwar nach der Trennung von dem Selben im J. 1802, mit ihrem Manne Andreas Streicher, unter der Firma Nanette Streicher, geborne Stein, und endlich-, als sie ihren Sohn (den hrn. Aussteller) im J. 1823 zum wirklichen Gesellschafter annahm, unter der Firma Nannette Streicher, geborne Stein und Sohn, die Verfertigung der Klaviere bis zu ihrem Ableben im J. 1833 betrieb.

Der bereits verstorbene Vater des Hrn. Ausstellers erwarb sich um die Fabrikation der in dem vortheilhastesten Rufe stehenden Streicherischen Klaviere ein besonderes Verdienst durch die Errichtung (im J. 1815) eines noch gegenwärtig in der Fabrik benußten Holzauslaugungsapparates, durch welchen mittelst Wasserdämpfen dem zu verarbeitenden Holze gummige, harzige u. dgl. Theile entzogen werden, um dasselbe, nach gehöriger Austrocknung in einem für Diesen Zweck eigens eingerichteten großen Trockengewölbe, möglichst unabhängig von den Veränderungen der Temperatur, so wie auch vollkommen geeignet für seine Bestimmung zu machen.

Die Anleitung, die Hr. Aussteller bei seinen Eltern erhielt, seine ausgedehnten Reisen, die derselbe zur Beftchtigung berühmter Klavierwerkstätten Englands, Frankreichs, Hollands, Belgiens, Dänemarks und Deutschlands machte, und seine anerkannte Thätigkeit in dem für Öfterreich so wichtig gewordenen Fabrikszweige, ließen vermuthen, daß Hr. Streicher auf dem bereits erreichten hohen Standpunkte seiner Fabrikation nicht stehen bleiben werden.

Er entsprach vollkommen dieser Erwartung.

Schon im J. 1823 löste derselbe die so oft, jedoch nie mit Erfolg unternommene Aufgabe, ein Klavier zusammenzustellen, bei welchem die Hammer von oben herab auf die Saiten anfchlagen.

Diese unter dem Namen Patentpianoforte bekannten Klaviere, auf deren Erzeugung der Hr. Erfinder ein 15 jähriges - Privilegium erhielt, sanden in England und Frankreich, wo Patente auf die Verfertigung derselben genommen wurden, und auch in Deutschland Nachahmung. -

Die Klaviere des Instrumentenmachers Pape in Paris, mit über den Saiten angebrachten hämmern, wurden von dem Komite der mechanischen Künste einer sorgfältigen untersuchung unterzogen, und in dem Bulletin de la Société d'encouragement vom J. 1832 einer eigenen Abhandlung gewürdiget, in welcher dieser Erfindung auf das rühmlichfte erwähnt ist.

Zu den vielen aus dem Vergleiche mit älteren Klavieren sich ergebenden Vorzügen dieser Instrumente gehören: eine größere Solidität des Korpus, die auf einen schönen Ton ein flußreiche Erstreckung des Resonanzbodens bis auf den Stimmstoch die Klarheit des Tones durch die von dem Hrn. Aussteller zuerst eingeführte, bereits häustg nach geahmte Weglassung des untern Vodens, die größere Sicherheit des hammerschlager, das unterbringen des Mechanismus unter der Tastatur (einerider wefentlichflen Vorzüge), wodurch derselbe von dem Hineinfallen des Staubes tc. geschüßt bleibt u. dgl. Im J. 1824 erhielt Hr. Aussteller ein Privilegium auf die Erfindung einer neuen im englischen Kabinet-Pianoforte anzubringenden Vorrichtung, Oktaveuzug genannt, deren Zweck dahin gehet, mittelst eines zu tretenden Zuges jedem Tone seine obere Oktave dadurch einzuverleiben, daß eine und dieselbe Taste ihren eigenen Hammer und den der nächsten, oberen Oktave in Bewegung seßt.

Im J. 1831 nahm Hr. Streicher abermals ein Privilegium, und zwar: auf einen neuen Mechanismus für englische Kabinet-Fortepianos, dessen Vorzug vor dem englischen in der Möglichkeit der Absonderung der Hämmer von den sogenannten Abstrakten, zur Erzielung eines vollkommenen Auslöfens und Fangens der hämmer, so wie auch in der Beseitigung einen zweiten Mechanismus und mehrerer anderer Übelstände bestehet; und auf eine andere Gattung Patent-Pianoforte mit verbessertem englischen Mechanismus, elastischem Hammerstuhle, beweglichen Fangern und einer schon früher in Anwendung gebrachten liegenden Dämpfung mittelst des vom Aussteller zuerst eingeführten Wollpelzes, wodurch nicht nur die Übelstände der englischen Mechanismen, als: das störende Pochen im Diskant, die schwere Spielart, das tiese Fallen der Tasten, die Schwierigkeit des mit abwechfelnden Fingern nach einander zu erfolgenden Anfchlages einer Taste und die unvollkommenheit der Dämpfung gehoben, sondern auch die Vorzüge des ersteren Patent-Pianofortes (mit dem Hammerschlag von oben) auf die Flügel gewöhnlicher Form übertragen sind.

Der hier augegebene, bereits an tafelförmigen Fortepianos mit dem besten Erfolge angewendete Mechanismus verschafst dieser Gattung Instrumente den so wichtigen Vortheil, daß bei jeder Art des Anschlages die Hämmer immer die der angeschlagenen Taste eigenen Saiten und nie die des nächsten Tones treffen.

Im J. 1835 ist Hr. Aussteller um ein Privilegium auf die Verfertigung von Klavieren mit Verspreißung mittelst eisernen Röhren eingekommen, wodurch die bisher nöthig gewesene unvollkommene Holzverfpreßung beseitiget, und zur Ausbreitung des Tones noch mehr beigetragen wird, als mit der Weglassung des untern Bodens.

Die Anwendung dieser Verbesserung auf die Tafel-Fortepianos ist von dem wesentlichsten Nußen, indem bei solchen durch das geringste Verziehen des Korpus, welches wegen der dem Zwecke nicht entsprechenden Holzverspreißung nur allzu oft eintritt, der Mechanismus sehr leidet.

Zu den neuesten Versuchen dieses um die Klaviermacherkunst so verdienten Exponenten gehören ferner: die Anwendung einer hölzernen, mit Eisenblech überzogenen Anhängplatte, statt der in Frankreich und England üblichen Eisenplatten, wodurch bei gleicher Solidität des Instrumentes ein geringeres Gewicht desselben erzweckt ist, und das Abnehmen der unter dem Resonanzboden bestndlichen Zarge bis beinahe an den Resonanzboden bei mit Röhrenverspreißung versehenen Klavieren, wodurch nach bereits gemachten Erfahrungen der Deutlichkeit der Töne großer Vorschub geleistet wird.

Auch verdient der von ihm angewendete, nach seiner Idee verfertigte, an einer Zirkularfäge angebrachte, zum Bestoßen kleiner Bestandtheile sehr vortheilhaft zu verwendende Zirkularhobel als ein neues Werkzeug angeführt werden.

Der Absaß der Instrumente findet benahe ausschließend im Auslande Statt.

Über die mustkalischen Vorzüge derselben haben sich die berühmtesten Fortepianospieler in den vorgelegten Zeugnissen auf eine den Hrn. Aussteller sehr ehrende Weise ausgefprochen.
Auch wurde dem Hrn. Streicher die Auszeichnung zu Theil, für Ihre Majestät die Kaiserin von Rußland, für Se. Majestät den König von England, für Ihre k. k. Hoheit die Frau Erzherzogin Sophie von Osterreich und mehrere andere Höfe ausbesiellung Klaviere verfertiget zu haben.

In der Ausftellung befanden sich :

- ein Pianoforte mit gewöhnlichem Wiener Mechanismus, in Mahagonyholz, 6 ½ Oktaven Patent-Pianoforte mit Hammerschlag von oben, in Mahagonyholz, 6 1/4 Oktav;

- ein Patent-Pianoforte mit verbessertem englischen Mechanismus, Perlenmutter und Schildpatt Tastatur, eingeschnittenen Verzierungen von amerikanischem Ahorn, in Mahagony, 6 ½ Oktav;

- ein Patent-Pianoforte mit ausschl. privil. Röhrenverspreißung;

- ein Patent-Pianoforte, dessen hölzerne Anhängplatte mit Eisenblech überzogen war (sämmtlich in Flügelform);

- und ein aufrechtstehendes Kabinet-Pianoforte mit Oktavenzug und verschiedenen Verbesserungen, reich eingeschnittener Verzierung von amerikanischem Ahorn, in Mahagony, und mit eleganten Bronze leuchtern.

Hr. Streicher zeigte mit dieser Exposition, daß der Ruf seiner Instrumente, welcher sie im Tone und inder technischen Ausführung so hoch stellt, gegründet ist.

Was den Ton betrisst, so zeichnet sich derselbe durch Zartheit, längere Dauer des Klanges und Gleichförmigkeit in der Aufeinanderfolge mit dem ersorderlichen Grade von Stärke ganz besonders aus.

Die stenreichen Verbesserungen in der Zusammenstellung und Form der einzelven Theile, durch welche es dem Hrn. Exponenten gelang, die Veredlung des Klaviertones bis zu dem bezeichneten Grade zu steigern, und die neue zweckmäßige, mit der größten Genauigkeit gearbeitete Mechanik verdienen als große Fortschritte in der Klaviermacherkunst angeführt zu werden.

Das aufrechtstehende Kabinet-Pianoforte zeigte sich als etwas Neues, in dem dasfelbe bei seiner gefälligen Form, durch welche es zur Zierde eines schön möblirten Zimmers aufgestelltwerden kann, einen bei Instrumenten dieser Art nicht zu erwartenden starken Ton hatte.

Dem Hrn. Streicher wurde wegen seiner vorzüglichen Instrumente und,der an den Tag gelegten Vervollkommnung der Klaviermacherkunst, die Auszeichnung durch die goldene Medaille zuerkannt." Bericht über die allgemeine österreichische Gewerbsprodukten-Ausstellung, 1835, p. 321-325

VIENNE - "Mit mehr Kunst gearbeitet waren die fünfzehn Fortepiano's und Claviere, bei welchen zehn Meister um den Preis des Vorzugs mit einander rangen.

Was die äußere Pracht betrifft, so verdiente ein Fortepiano von Saccadacholz von Conrad Graf in Wien den Vorzug.

Durch vollen runden Ton, sogar in den höhern Tonen, so, wie durch ihre innere Construction zeichneten sich drei Fortepiano's von dem berühmten Meister J. B. Streicher aus.

Sie waren mit eiserner Röhrenverspreizung und hölzerner, mit Eisenblech überzogener Anhängplate ohne innere Corpusverbauung." Polytechnisches Journal, Volume 60, 1836, p. 315

VIENNE - "Streicher J. B., bürgerl. und k. k. ausschließend privil. Clavier-Instrumentenmacher in Wien, Landstraße, Ungargaffe Nr. 413. Claviere von verschiedenem Holz." Catalog der Erzeugnisse Oesterreichischer Industrie in der allgemeinen, 1835, p. 47

1835

  "Ueber Streicher's Leistungen bei Gelegenheit der ersten Gewerbsproducten- Ausstellung zu Wien im J. 1835. (Eingesandt). Die Verfertigung der Pianoforte ist in Wien za solcher Vollkommenheit gediehen, dass das musikalische Publikum mit Recht auf dasjenige gespannt war, was uns die diesjähr. erste Gewerbs-Producten-Ausstellung in diesem Fache Ausgezeichnetes zur Beurtheilung bringen würde.

Die Erwartungen wurden auch nicht getäuscht, und unter 17 ausgestellten Klavier- Instrumenten überhaupt verdienen, ausser mehren andern, zwei Flügel-Instrumente v. Gross u. Conrad Graf, so wie 2 Tafelpianoforte v. Ries, wovon das Eine mit Streicherschem Patentmechanismus besonders ausgezeichnet war, einer namentlichen Erwähnung. Den interessantesten Theil dieser 17 exponirten Instruinente und gleichsam eine kleine Ausstellung für sich bildeten aber 6 Pianoforte von Streicher.

Jedes derselben durch irgend eine eigenthümliche Verbesserung oder Erfindung von den andern unterschieden, gaben sie das glänzendste Zeugniss, wie sehr Streicher es sich angelegen sein lässt, den Ruf zu behaupten und zu vermehren, dessen sich ein Geschäft zu erfreuen hat, welches nnn schon über 100 Jahre in seiner Familie bestehend – von dem Urgrossvater gegründet - von dem Grossvater Andreas Stein in Augsburg zu einer europäischen Berühmtheit gebracht (Andreas Stein war es, welcher den rohen Pantalon durch die höchst wichtige Erfindung der Auslösung in das jetzige Pianoforte umschuf.) - von der Mutter Anna Stein, verehlichte Streicher nach Wien übersiedelt, und hier hauptsächlich im Vereine mit ihrem Gatten Andreas Streicher zu dem Rufe der Wiener Instrumente beitragend - nun sein Eigenthum geworden ist. Stets mit weitern Vervollkommnungen beschäftigt, bestellen Streicher's Verdienste in mehrseitigen und grösstentheils neuen Leistungen, welche ihn zum schallenden Künstler in seinem Fache stempeln. Wir finden uns hierdurch jedes weitläufigen Lobes enthohen, und können wo die Sache für sich spricht uns auf eine kurze Darstellung derselben beschränken. Die aufgestellten Instrumente waren :

No. 1. Ein Flügel-pianoforte mit gewöhnlichem Wiener Mechanismus, gleich allen von andern Meistern in der Ausstellung befindlich gewesenen Flügel-Instrumenten. In jeder Hinsicht vortrefflich, lieferte es einen interessanten Beweis, bis zu welcher Stufe der Vollendung der denkende Künstler auch diese Gattung der Instrumente gehoben hal.

No. 2. Ein Flügelpianoforte mit Hammerschlag von oben. Diese schon im 13ten Jahre ausschliesslich privil. Erfindung Streicher's erfreut sich noch immer gleicher Anerkennung und bietet zugleich das erste Beispiel so langer Betreibung eines ausschliesslichen Privilegiums in diesem Fache. Die Vorzüge des klaren Discantes, des auf andere Weise unerreichbar so trefflichen Einsaiters, die Annehmlichkeit, die Hände des Spielers ganz frei sehen zu können, haben diesen Instrumenten allenthalben die grösste Würdigung verschafft. Sie werden selbst häufig im Auslande verfertigt. In London und Paris liess man sich Patenle darauf geben, und in letzterer Stadt erwarb sich deren Verfertiger die Ehre einer eigenen Abhandlung über die Vorzüge dieser Gattung Instrumente von Seiten der Société d'encouragement.

No. 3. Ein Flügelpianoforte mit verbessert engl. Mechanismus nach ausschl. priv. Erfindung des Verfertigers. Diese Instrumente vereinigen die Vorzüge des englischen mit jenen des Wiener Mechanismus. Die Hämmer sind von den Tasten abgesondert auf einem elastischen Hammerstuhle befestigt, wodurch das an den engl. Pianoforte's so störende Pochen des Discantes gänzlich beseitigt wird. Die Hämmer selbst können in äusserst zweckmässigen, mit Casimir gefütterten hölzernen Kapseln mittelst Stellschrauben zum leichter oder schwerer Abfallen gerichtet werden. Die Spielart ist sehr leicht, der Anschlag kräftig, und durch Anwendung beweglicher Fanger äusserst präcis. Die ganz neu construirte Dämpfung dient zur wirklichen Zierde des Instrumentes und vereinigt grösste Zweckmässigkeit mit äusserster Eleganz. Als Dämpfungsmittel dienen nach Streicher's Angabe verfertigte Wollgewebe, deren Güte die Nachahmung bereits sanctionirt hat. Das in Rede stehende Exemplar zeichnete sich übrigens noch an äusserer Ausstattung durch eben so zart als schön eingeschniltene Verzierungen von amerikanischem Ahorn in kostbaren Mahagoni-Flader, Perlmutter u. Schildpattastatur 1. s. w. auf das Vortheilhafteste aus.

No. 4. Ein Flügelpianoforte mit hölzerner u. mit Eisenblech überzogener Anhängeplatte. Es werden hierdurch die in England u. Frankreich gebräuchlichen massiven und daher sehr schweren Eisenplatten entbehrlich gemacht und ein Bedeutendes an Gewicht u. Kosten erspart.

No. 5. Ein Flügelpianoforte mit eiserner, ausschl. priv. Röhrenverspreitzung und abgenommener, nur 8 Zoll hoher Hinterzarge. Streicher bezweckt durch zwei über den Saiten angebrachte Röhren oder Läufe und ein kurzes ähnliches Rohr unter dem Resonanzboden die gänzliche Beseitigung jeder innern Corpus-Verbauung, wodurch der Schall sich ungehemmter unter dem Resonanzboden verbreiten kann. Wenn man erwägt, dass hier der ganze Kasten des Instrumentes nur aus einer äussern 8 Zoll hohen hölzernen Rahme besteht, welche ohne Rährenverspreitzung von dem Zuge der Besaitung beinahe aufgerollt werden müsste, so erscheint die Leistung dieser leichten Verspreitzung wirklich bewundernswerth.

No. 6. Ein aufrechtstehendes Pianoforte, ausschl. priv. Dieses Instrument kann unbedingt als ein Kunst- und Meisterwerk für sich allein gelten. Der Mechanismus ist ganz von Streicher erdacht, und eben so sinnreich als zweckgemäss. In äusserer Form den engl. Cabinet - Pianoforte's ähnlich, besitzt es im Gegensatze zu diesen eine vollkommene Auslösung, sehr einfache und verlässige Fanger, so wie treffliche Dämpfung. Eine eigene Vorrichtung fügt mittelst eines Pedales jedem Tone seine obere Octave bei, wodurch bei zweckmässiger Behandlung die überraschendsten Effecte hervorgebracht werden können. Wem der hohe Genuss zu Theil ward, den höchst ausgezeichneten Klavier-Virtuosen u. Compositeur Hrn. Henselt in der Ausstellung Weber's herrliche Ouverture aus Oberon mit Anwendung des Octavenzuges spielen zu hören, wird das Gesagte bestätigen müssen.

Alle diese Instrumente waren unter dem Resonanzboden offen, und diese von Streicher zuerst allgemein eingeführte Weglassung des untern Bodens findet sich auch bereits in häufiger Nachahmung. Dass Streicher mit den besten und grösstentheils selbsterfundenen Vorrichtungen für seine neuen und andern Arbeiten versehen sein müsse, geht aus der Genauigkeit aller Theile seiner Mechanismen u. s. w. von selbst hervor.

Streicher hatte den eben beschriebenen Instrumenten Modelle beigegeben, welehe die genaue Einrichtung seiner verschiedenen Mechanismen verdeutlichten. Häufig sah man Sachkundige vom Fache um sie versammelt, und das unverhohlene Interesse, mit welchem sie selbige untersuchten und laut ihren Beifall zollten, sprach auf das Schlagendste für den Werth der Neuerungen.

Aber auch das musikalische Publikum überhaupt zeigte den grössten Antheil an Streicher's Exposition, und bei ihr war es, wo man als bei etwas Aussergewöhnlichem in diesem Fache, vorzugsweise verweilte. Höchst lohnend u. schmeichelhaft musste es für den Aussteller sein, daher auch bei den Besuchen, mit welchen Ihre kaiserlichen Majestäten unser allergnädigster Kaiser, die Kaiserin und Kaiserin Mutter, so wie Ihre kaiserlichen Hoheiten, Erzherzogin Sophie, Erzherzöge Franz, Carl, Johann und Ludwig die Ausstellung beglückten, seine Pfte's persönlich zeigen und deren Einrichtung erklären zu dürfen, wie endlich die Aeusserungen der Zufriedenheit und Anerkennung zu vernehmen, mit welchen die allerhöchsten Herrschaften seine Bemühungen auszeichneten. Die grösste Ehre wurde Streichern aber dadurch zu Theil, dass er nach beendeter Ausstellung drei der abenerwähnten Instrumente, No. 2, 3 und 6, zur Auswahl für Se. Majestät den Kaiser in die Kammer stellen lassen durfte, bei welcher Gelegenheit II. KK. Majestäten der Kaiser u. die Kaiseriu sich wieder mit der ihnen eigenen Huld und Herablassung mit Streicher über sein Etablissement zu unterhalten und sich später für den Ankauf des unter No. 3 beschriebenen Pracht-Exemplares zu bestimmen geruhten.

Dass Streicher von je her den bedeutendsten Ruf und Absatz nach dem Auslande hatte, ist bekannt. Es bedarf daher kaum der Erwähnung, dass die Grenzen seiner Versendungen erst dort anfangen, wo das Klavierspiel aufhört. An vielen auswärtigen Höfen stehen von seinen Instrumenten, und vor Kurzem noch erkaufte I. M. die Kaiserin von Russland eines zu ihrem eigenen Gebrauche.

Dass bei so vielen überwiegenden Verdiensten im Fache des Instrumentenbaues Streichern die von der allgemeinen Central-Industrieausstellungs Commission für diesen Zweig österreichischer Betriebsamkeit bestimmt gewesene goldene Prämien Medaille von dem Beurtheilungs-Comité zuerkannt wurde, war wohl nicht zu bezweifeln, und Streicher hat diese goldene Medaille bei der am 19ten December 1835 Stalt gehabten feierlichen Preis vertheilung auch wirklich erhalten. Wir dürfen bei der Liebe, mit welcher Streicher sein Fach betreibt, mit Gewissheit prophezeien, dass ihm diese wohlverdiente Auszeichnung nur ein neuer Sporn zu weitern Vervollkommnungen sein werde.

Die allgemeine Anerkennung, welche er sich in so hohem Grade bereits zu erwerben gewusst hat, wird ihn für die Selbstverläugnung entschädigen, mit welcher er den wohl ehrenvollern, aber weit weniger lohnenden Pfad mühevoller und kostspieliger Versuche der Bahn der Alltäglichkeit vorzieht, und wir werden an seinen Erfolgen mit um so wärmerm Interesse Theil nehmen, als Streicher unsers Wissen's der erste Inländer und Wiener ist, welcher sich in seinem Fache auf eine so eminente Art auszeichnet." Allgemeine musikalische Zeitung, 02/03/1836, p. 129-133

1839

VIENNE - "683. Streicher J. B., bürgl. und K. K. ausschl. priv. Fortepianomacher, Landstrasse Nr. 375.

Sieben Fortepiano verschiedener construction, form und Ausstattung." Verzeichnis der im Monathe May 1839 in Wien öffentlich ausgestellten Gewerbs ..., 1839, p. 122

VIENNE - "Exp. Nro. 683. J. B. Streicher, k. k. Hof- und bürgerl. Fortepianomacher zu Wien, Landstraße Nr. 375, übergab zur Ausstellung Fortepiano, deren jedes einen verschiedenen Mechanismus wahrnehmen ließ, und zwar ein Flügel-Fortepiano mit Wiener Mechanismus und eiserner Verspreißung über den Saiten, ein detto mit Hammerschlag von oben, ein detto mit verbessert englischem Mechanismus, ein detto mit gleichem Mechanismus und eiserner Verspreißung über den Saiten, ein aufrecht stehendes Pianoforte in Schrankform mit Octaven-Zug, ein derlei zweiseitig mit eigenem Mechanismus und ein Pianino (kleines aufrecht stehendes Pianoforte), 3 ½ Fuß hoch, zweisaitig und mit eigens dafür eingerichteten Mechanismus.

Zur Vermeidung jeder Wiederholung wird sich hier auf die im Hauptberichte über die allgemeine Gewerbs-Producten-Ausstellung vom Jahre 1835, Seite 321 enthaltene umständliche Würdigung der vielsachen Verdienste des Herrn Ausstellers bezogen, denen hier nur beigefügt wird, daß derselbe seither sein Etablissement auf eine großartige, wirklich sehenswürdige Weise ganz neu erbaut hat.

Die 2 Stock hohen Gebäude, deren Gassenfronte 30 Klaster lang ist, schließen einen Hofraum von 225 Quadrat-Klaftern ein, und enthalten, nebft einem 52 Schuh langen, 25 ½ Schuh breiten und 17 Schuh hohen geschmackvoll derorirten Eoncert-Sale, die zweckmäßig vertheilten Arbeitszimmer, Werkstätten, Depositorien für die verschiedenen Materialien und Magazine.

Der sonst so beschwerliche Transport der Instrumente ist hier so vereinfacht, daß ein einziger Mann im Stande ist, mittelst eines zweiräderigen Wagens, das schwerste Pianoforte aus einer Werkstätte in die andere zu bringen, oder dasselbe auch mit diefem Wagen auf eine Versenkung zu führen, und, nebst dem Pianoforte auf der Aufzug-Maschine stehen bleibend, in die Stockwerke auf- oder abwärts zu schaffen.

Diese Aufzug-Maschine ist innerhalb der Pfeiler einer Treppe angebracht, welche nach dem sehr geräumigen Packmagazine führt, in welches die Pianoforte zum Verpacken gebracht werden.

An dieses ebenerdige Packmagazin stoßen die Holzpläße, welche zur Aufschichtung der rohen Holzverräthe dienen.

Der Feuerficherheit wegen sind in jedem Stockwerke eine kleine, ebenerdig aber eine größere Feuerspriße aufgestellt.

Uebrigens befinden sich ebenerdig noch zwei große, gegenwärtig zu Magazinen benüßte Werkstätten in Reserve, deren eine, bei 25 Fuß Breite, 64 Schuh, die andere aber 91 Fuß Länge mißt.

Diese großartige Fabriks-Einrichtung allein läßt auf einen sehr schwunghaften Betrieb und ausgedehnten Verkehr schließen, deffen sich vielleicht nur sehr wenige Claviermacher des Auslandes rühmen können Herrn Streicher's Instrumente entsprachen vollkommen dem wohlbegründeten Rufe, deffen er sich zu erfreuen hat; der eigenthümliche Mechanismus in den beiden aufrechtstehenden Instrumenten hat den vollen Beifall der Sachverständigen gefunden, und leßtere haben insbesondere den starken und melodischen Ton an dem, in sehr beschränkter Form ausgeführten Pianino bewundert.

Dem sehr achtbaren Herrn Aussteller wurde das Diplom der goldenen Medaille ausgefertigt." Bericht über die ... allgemeine österreichische Gewerbsprodukten-Ausstellung, 1840, p. 463

PARIS ? - "Un habile facteur de pianos de Vienne, M. Streicher, frappé des avantages qu'il y aurait à appliquer au piano à queue le mécanisme en-dessus, fit des essais, et, après beaucoup de recherches et de dépenses, parvint à fabriquer d'assez bons instruments à l'aide de ce mécanisme; mais n'ayant pas trouvé d'autre moyen, pour ramener le marteau dans sa position primitive, que d'employer un contre poids, il eut un clavier lourd, difficile à manier, lent à se mouvoir sous les doigts et surtout à répéter les notes.

Plusieurs facteurs essayèrent depuis lors de vaincre les difficultés qui semblaient inhérentes à ce système de construction, mais toujours sans succès." Revue de l'Exposition des produits de l'industrie nationale en 1841, Edouard Perrot, 1841, p. 237

1845

VIENNE - "J. B. Streicher (1431), k. k. Hof-Clavier-Instrumentenmacher in Wien.

Schon das Etablissement dieses Exponenten zeigt von der großen Ausdehnung seines Betriebes.

Das 2 Stock hohe palastähnliche Gebäude enthält nebst einem großen, geschmackvoll decorirten Concertsaal viele Arbeitszimmer, Werkstätten und Depositorien.

Die Instrumente werden vermöge einer sinnreichen Art so leicht transportirt, daß das schwerste Clavier durch einen einzigen Mann mittelst eines zweirädrigen Wagens aus einer Werkstätte in die andere und von einem Stockwerk in das andere gebracht werden kann.

Die ausgestellten Instrumente entsprechen vollkommen dem Rufe des Ausstellers; besonders sind die nach englischem Muster gearbeiteten wegen ihrer Kraft und Tonstärke bemerkbar.

Jeder Ton ist wohlklingend, und im gleichen Verhältnisse mit den übrigen." Journal des oesterreichischen Lloyd's, 1845, p. 318

VIENNE - "J. B. Streicher, k. k. Hof- Fortepianomacher, Landfraße, Ungergaffe Nr. 375 (G. 1835 und 1839), stellt (1431) fünf Instrumente aus.

Streicher's Name und seine Instrumente sind identisch geworden. Wollten wir entscheiden was von Beiden mehr K. l a ng hat, so würden wir in Verlegenheit gerathen.

Es gibt nichts. Vollkommen er es in Klavieren als Streich er liefert, das ist unser einfachtes und zugleich kräftiges Urtheil.

Daß die exponierten Instrumente von verschiedener und zum Theil wieder veränderter oder neuer Konstruktion find, versteht sich von einer Firma, die in Vervollkommnungen ihrer Kunstprodukte im mer voran gegangen, von selbst. Des ausgezeichneten Rufes und der alle gemeinen Anerkennung, welche diese Firma genießt, weiter zu erwähnen, überhebt uns die bei der Expofition des Hrn. Streicher und im Kataloge befindliche Bemerkung : „Mitglied der Hofkommiffion – außer Preisbewerbung,“ welche Bemerkung uns bei den unübertrefflichen Leistungen Streicher's gleichbedeutend mit: über Preisbewerbung erscheint." Der Sammler. Ein Unterhaltungsblatt, Volume 37, 1845, p. 62

VIENNE - "Hr. J. B. Streicher k. k. Hof-Fortepianomacher, Landstraße, Ungargasse Nr. 375, in der Industrie-Ausstellung vom Jahre 1835 und 1839 mit der goldenen Medaille ausgezeichnet, hat fünf Claviere ausgestellt.

Über die Fabrikate Streichers sind die beurtheilenden Arten bereits geschlossen, wer die rastlosen Bemühungen, Forschungen und Bestrebungen dieses durch und durch theoretisch-praktisch gebildeten Industriellen kennt, wer da weiß, daß der größte Theil der Bervollkommnungen und der dadurch bedingt Ausschwung der Wiener Claviere von Streicher ausgegangen mithin ihn zum Grunde haben; wem der unbegrenzte Credit bekannt ist, in welchem die Erzeugnisse von Streicher stehen, der wird uns wohl eine nähere Würdigung der wahrhaft ausgezeichneten Exposition erlassen; es genüge die Bemerkung daß seine ausgefiellten Claviere alle Erwartungen noch übertrasen, zu denen sein Renomée berechtigt, Streicher steht als Mitglied der Hofcommission außer Preisbewerbung aber nichts desto weniger ist seine Exposition im höchsten Grade preiswürdig." Der Wanderer, 07/07/1845, p. 641

VIENNE - "Johann Baptist Streicher, Hof- und bürgerlicher Clavier-Instrumentenmacher in Wien, übersendete : Fünf Flügel, davon vier zu 7 Octaven, und zwar: einen in Mahagony mit Wiener Mechanismus, einen Palisander mit Stoßzungen-Mechanismus, beide mit liegender Dämpfung und messingenem Diskant-Stege; einen in Mahagony mit neuer Bezugsart, dann einen in Palisander, beide mit englischem Mechanismus und eigen Repetitions-Auflösung, endlich einen in Palisander zu 6¾ Oktaven mit englisches Mechanismus nach Collard und mit einer befände, ren Vorrichtung zum Schutze der Auslösung.

Keiner dieser Flügel war als bloßes Ausstellungsstück zu betrachten, sondern sie erschiene sämmtlich als regelmäßige, gangbare Erzeugnisse des Ausstellers.

Die Arbelt daran war in jeder Hinsicht dem gegenwärtigen Stande dieses Industriezweiges angemessen, solid und elegant.

Bei einer so großen Mannichfaltigkeit der Mechanismen ist es dem Aussteller zum besondere Verdienste anzurechnen, in jedem derselben eine so hohe Stufe der Vollkommenheit erreicht zu haben.

Die Eigenthümlichkeiten und Vorzüge einer jeden Construction Sart traten daher vollständig an das Licht.

Der Ton war durchgehende, höchst klangvoll und kräftig.

Der Aussteller hat im Jabre 1835 und 1839 bereits die goldene Medaille erhalten und seit dem letztgenannten Jahre, der hohen Stufe ungeachtet, auf welcher er sich schon damals befand, namhafte Fortschritte gemacht.

Den Standpunkt der ausländischen Clavier-Verfertigung aus wiederholten eigenen Anschauwungen genau kennend, blieb ihm keine Verbesserung in seinem Fache fremd, und er bereicherte dasselbe auch außer dem von seiner Seite mit wesentlichen Vervollkommnungen, deren mehre patentirt waren.

Als besonders zweckmäßig und neu erschienen unter Anderen: die an den Instrumenten englischer Construction zum Auf- und Niederschlagen eingerichteten Hammerstühle, eine sehr einfache Repetitions-Auslösung, eine neue Bezugsart mit Beseitigung der Schränkstifte auf dem großen Stege u. dgl [?].

Die Preise der Erzeugnisse erkannte man der Vorzüglichkeit derselben angemessen.

Die Ausdehnung des Geschäfts-Betriebes hat zugenommen, und hinsichtlich der disponiblen Kräfte und Materialvorräthe behauptet der Aussteller einen entschiedenen Vorzug.

Der Absatz in das Ausland, wo die Streicher'schen Instrumente im bewährtesten Rufe stehen, ist sehr bedeutend.

In Hinsicht sowohl auf akustische als technische Leistung steht der Aussteller hierorts in der ersten Linie und wird nach dem einstimmigen Ausspruche der Kunstverständigen von keinem seiner Fachgenossen übertroffen.

Als Mitglied der Central-Hos-Commission befand sich Streicher außer Preisbewerbung." Zeitschrift für Orgel-, Clavier- und Flügelbau, Volume 2, 1853, p. 29

 VIENNE - "J. B. Streicher, fabbricatore dell' I. R. Corte di Vienna, il quale fu nominato membro della commissione di corte alla esposizione d'industria di quest'anno, fuori del concorso, espose :

1. Un pianoforte a coda in mogano di meccanica viennese, di sette ottave.
2. Detto con meccanismo Stosszungen, di sette ottave, in palisandro.
3. Detto di costruzione inglese, di selte ottave, in palisandro.
4. Detto di costruzione inglese, di sette oltave, in mogano.
5. Detto di costruzione inglese, alla Collard, di ottave 6 314, in palisandro.

Senza entrare in un esame critico delle singole prerogative degli strumenti di Streicher, che sarebbe superfluo essendo generalmente nota l' eccellenza de' medesimi, la quale più non ha d'uopo d' ulteriore raccomandazione, si cercherà di indicare, secondo il merito, soltanto le prerogative che li caratterizzano in generale.

Oltre il suono forte, vigoroso e grandioso che è proprio 'di tutti i pianoforti che escono dall'officina di Streicher, e nel qual riguardo egli non è superato da nessun altro fabbricatore di strumenti in Germania, si distinguono essi ancora in particolar modo per uguaglianza in tutti i registri, come non meno per la maggiore solidità e precisione nella costruzione.

Dalla cassa fino alle più insignificanti particolarità tutto attesta diligenza ed accurato lavoro anche ne' più piccoli oggetti, i quali contribuiscono alla complessiva perfezione. Tutti questi pregi rendono fra i più ricercati gli stromenti di Streicher, i quali se sono più cari in confronto di quelli d'altri produttori, pure non v' ha fabbricatore in Vienna che abbia un più esteso commercio particolarmente coll'estero di quello del signor Streicher.

- In quanto a' suoi stromenti quest'anno esposti, segnatamente quelli lavorati alla foggia inglese sono da chiamarsi, in rapporto al suono, veri strumenti giganteschi: forza e pienezza sono da essi in eminente grado possedute; i singoli toni sono chiari ed armoniosi tal se fossero cavati sul cristallo, e colla uguaglianza del suono le più acute note del soprano risuonano parimente piene di oscillazione metallica, così pure le corde di mezzo.

In paragone ai migliori stromenti dell'esposizione di quest'anno, cioè a quelli del signor Bösendorser, si trova, che il basso di quelli di Streicher è della natura dell'organo, più vigoroso in forza intensa, mentre quello degli stromenti di Bösendorfer è più flessibile, più pieno.

Streicher si è guadagnato un gran merito per i miglioramenti introdotti nella fabbricazione degli strumenti, e qui non si debbono passare sotto silenzio, in quanto che furono di grande influenza per l'esposizione di quest'anno; essi sono:

1) Il batter de'martelli dall'alto.
2) Registro di ottava ne' pianoforti da gabinetto.
3) Miglioramento del meccanismo inglesc parimente nei pianoforti da gabinetto.
4) Meccanismo Stosszungen migliorato con leva del martello elastica e contromartelli movibili.
5) Puntellamento a tubi di ferro in surrogazione a tutti quelli di legno.
6) Applicazione di lastre di ferro al somiere per formare un telajo di ferro in unione alle lastre di ferro per mezzo delle spranghe purè di ferro.
7) Leva movibile del martello per pianoforti di meccanica inglese.
8) Ordigno applicato alle leve del martello per rimbeccare la linguetta urtante (Slosszunge) a motivo di prevedere il danneggiamento nell'uso di queste leve del martello ne' pianoforti di costruzione alla Collard.

Per tutti questi miglioramenti ha il sig. Streicher posseduto la patente d'invenzione. Le ulteriori innovazioni ch'egli nell'esposizione di questo anno ha di nuovo applicato a' suoi pianoforti a coda, ciascuno di differente costruzione, erano un meccanismo di ripetizione, non privilegiato, dei pianoforti di costruzione inglese, il quale consisto nell'applicazione di una semplicissima puntina che nella caduta del martello rispinge la linguetta urtante (Stosszunge) si rapidamente nel becco, in modo che si può di nuovo vibrare in alto il martello prima che il tasto non sia del tutto ricaduto; e ciò per conseguire una semplice ripetizione, ed in secondo luogo un nuovo sistema di armatura in surrogamento a tutte le puntine dal ponticello grande alla tavola armonica dello strumento, per cui le corde vengono cosi serrate sul ponticello, che pongono in vibrazione la tavola senza pressione sulla medesima, ciò che non solo dà alla tavola una più libera vibrazione, ma le toglie anche quel carico al quale altrimenti doveva col tempo sempre soggiacere.

Quantunque oltre i fin qui nominati fabbricatori di pianoforti non se ne mostrarono altri nella esposizione di quest'anno, nondimeno ve n'ha ancora un non piccolo numero oltre questi, i quali impediti da diverse circostanze, non presero parte a questa esposizione; fra questi vi sono pure anche de' nomi conosciuti come per esempio Giovanni Pottje, i di cui prodotti sono annoverati fra i migliori, ed il quale gode pure di un grande commercio; Antonio Tomaschek, ormai noto al pubblico musicale per la costruzione della fisarmonica-pianoforte, e diversi altri."
Gazzetta musicale di Milano, 19/04/1846, p. 126

1862

LONDRES - "730. Streicher J. B. & Sohn,k. k. Hof- und Kammer-Fortepianoverfertiger. Wien, Landstrasse 375. Flügel-Fortepiano; Saitenwage zur Ermittlung der Tragkraft von Saiten überhaupt, wie insbesondere der Zugkraft eines vollständigen Claviersaiten-Bezuges." Österreich auf der internationalen Ausstellung 1862, p. 64

1867

PARIS - "49. Streicher J. B., Ritter des Franz Josef-Ordens, k. k. Hof- und Kammer-Pianoforte-Fabrikant, Firma J. B. Streicher & Sohn in Wien. Gold. Med. in Wien 1835, 1839, 1845. Preis-Med. London 1862.

1 Concertflügel in Palisanderholz, kreuzsaitig, mit verbesserten englischen Mechanismus und elastischem Hammerstuhle eigener Construction. Dieses vor mehr als 130 Jahren begonnene, seit 73 Jahren in Wien bestehende Geschäft ist das älteste derartige Etablissement in Oesterreich und erfreut sich fortwährend des begründetsten Rufes." Internationale Ausstellung zu Paris 1867, p. 42

PARIS - "M. Streicher, de Vienne d'une manufacture de pianos, qui jouit en Allemagne de beaucoup d'estime, n'avait pas envoyé d'instrument à l'Exposition universelle de Paris, en 1855, mais il prit part à celle de Londres, en 1862.

Il y envoya un grand piano qui, par comparaison avec les excellents produits des facteurs anglais et français, parut médiocre.

Par considération pour l'ancienneté de l'établissement de M. Streicher, et ne voulant pas porter atteinte à ses affaires, le Jury décerna une médaille à ce facteur; toutefois, ce fut plutôt comme souvenir de ses anciens succès que comme récompense pour son piano.

Il est vraisemblable que M. Streicher lui-même se jugea alors avec sévérité, et qu'il fit des études comparatives des grands instruments qui se trouvaient à l'Exposition.

Les pianos de MM. Steinway fixèrent vraisemblablement son attention plus que les autres, puisque, renonçant tout à coup aux principes de son ancienne facture, il a adopté les dispositions américaines des cordes croisées.

La transformation est complète et les résultats sont heureux, car le grand piano de M. Streicher, placé à l'Exposition actuelle, est un très-bon instrument." Rapports du Jury International, Publiques sous la Direction de M. Michel ..., M. Michel Chevalier, 1867

PARIS - "Die Wiener Claviere haben europäischen Ruf; schon In den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurden sie im Ausland begehrt. Die Instrumente, welche sich zuerst einen Namen machten, waren von Walter und Schanz.

Mozart und Havdn bedienten sich ihrer; letztere Firma hat sich bis in die dreißiger Jahre erhalten. Nanette und Andreas Stein, Tochter und Sohn desberühmten Jnstrumentenmachers J. A. Stein in Augsburg, übersiedelten um 1790 nach Wien, wo sie vermittelst Hofdecret vom 17. Jan. 1794 ihr Clavier-Etablissement unter der Firma »Geschwister Nanette und Andreas Stein" in der Vorstadt Landstraße zur rothen Rose 301 eröffneten.

Auch hier erwarben sich ihre Instrumente durch vortreffliche Mechanik und seelenvollen Ton rasch einen ehrenvollen Ruf, den das Haus bis auf den heutigen Tag zu behaupten weiß.

Johann Andreas Streicher, der als Künstler und Mensch gleich hochgeachtete Gatte Nanettens, übernahm zum Theil die Leitung des immer mehr sich erweiternden Geschäft- und war bald in der Lage, daö alte Haus in ein weitläusiges Fabriks- und Wohngebäude sammt Concertsaal (Ungergasse 27) umzugestalten, einheimischen und fremden Künstlern gar wohl bekannt. Andreas und Nanette Streicher starben im Jahre 1833.

Unter deren Nachfolger Joh. Bapt. Streicher mehrten sich die Auszeichnungen rasch: goldene Medaille, Wien 1835, 1839, 1845; Medaille Londoner Welt-Ausstellung 1862.

Unter den Clavieren bei der Pariser Weltausstellung 1867 war die Firma Streicher die Einzige auf dem Continent, welche mit der goldenen Medaille ausgezeichnet wurde. Preise der Joh. Bapt. Streicher'schen k. k. Hof- und Kammer-Pianoforte-Fabrik (Firma J. B. Streicher & Sohn) :

Pianoforte in Flügelform (Wiener Mechanismus): in Nußholz (sieben Octaven), 560 fl. ö. W.; in Mahagoniholz (sieben Octaven), 580 fl. ö W.; in Palissanderholz (sieben Octaven), 620 fl. ö. W.

Patent-Pianoforte in Flügelform (Stoßzungen-Mechanismus mit elastischem Hammerstuhl und beweglichen Fangern): in Nußholz (sieben Octaven), 620 fl.; in Mahagoniholz (sieben Octaven), 640 fl.; Palisanderholz (sieben Octaven), 680 fl.; (eiserne Anhängplatte, ganz englische Construction, Hammerstuhl zum Aufschlagen): in Palisanderholz, 1000 fl." Signale für die musikalische Welt, 30/08/1869, p. 706

PARIS - "Pianoforti a coda. - [...] Streicher, anche di Vienna, ha avuto la medaglia d'oro per un pianoforte di voce bella e molto eguale, buon lavoro, buona tastiera; vi era però qualche strofinio nel meccanismo che non sapevamo ben definire." Il Pianoforte, guida pratica per costruttori, accordatori, etc., Sievers, 1868, p. 215

VOIR AUSSI ...

  The Paris exhibition of 1867 - More than 150 years ago, 5 piano makers were awarded a gold medal.

1873

VIENNE - "85 Streicher J. В. & Sohn, k. k. Hof- u. Kammer-Pianofortefabrik, Wien, III., Ungargasse 27.

Ein kreuzsaitiger Concertflügel in Palisanderholz mit Bildhauerarbeit von Schönthaler, nach Zeichnung des Architekten Val. Teyrich jun., Eigenthum Ihrer k. k. Hoheit der Frau Erzherzogin Gisela. In der Rotunde aufgestellt.

Ein grosser kreuzsaitiger Concertfiügel in Palisanderholz, mit englischer Mechanik, Hammerstuhl zum Aufschlagen. Ein kreuzsaitiger Palisanderflügel mit Patent-Stosszungen-mechanik, elastischem Hammerstuhl und beweglichen Fängern.

Ein geradsaitiger Palisanderflügel mit Wiener Mechanik.

Ferners in der Additionellen Ausstellung 1 und 2, und zwar : Ein 52jähriger Flügel, von Nanette Streicher verfertigt.

Eine Streicher'sche Saitenwaage.

Ein Modell der Streicher'schen Patent-Stosszungenmechanik.

Preismedaille London 1862. Goldene Medaille Paris 1867. Das Etablissement ist eines der ältesten und wurde in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderte in Heidenheim in Württemberg gegründet, später nach Augsburg und 1791 nach Wien verlegt." Amtlicher Catalog der Ausstellung der im Reichsrathe vertretenen ..., 1873, p. 410

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