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STREICHER
à Vienne (°1794)

1810

Brevet de 1810 : "NOTIFICAZIONE. L. I. R. Camera aulica generale si è compiaciuta ultimamente concedere, sotto le condizioni e colle norme volute dalla sovrana patente dell' 8 dicembre 1810 : 

Un privilegio esclusivo, duraturo cinque anni, ad Anna Streicher e figlio, fabbricatori d'islrcmenti a Vienna, nella Landstrasse Umgasse, n. 413, per un miglioramento intorno ai forte - piani, cioè :

1. Di applicare ai forte-piani a tavola di qualsivoglia forma, mediante un prenditore (funger) movibile, ii conosciuto macchinismo inglese con sedia preparata di martelli e molle, in guisa che questa sedia traversi dietro la tostatura, e che il battimento dei martelli succede nella stessa maniera, come nel cosi detto meccanismo di Vienna, per cui il lignare facile e brillante del meccanismo viennese si combina col vigore inglese; dal che risulta inoltre il vantaggio negli istromenti a tavola, che ì martelli in qualunque modo tieno compressi, non possono mai toccare le corde del tono vicino.

2. Di fermare la sedia dei martelli sopra una base elastica, per togliere il rumore che tanto disturba nel meccanismo inglese.

3. Di applicare sui forte-piani a scrigno col meccanismo inglese i prenditori alla cima degli astratti (verghers), di separare i martelli dai medesimi, per cui è superfluo il secondo meccanismo necessario nei forte-piani inglesi, e si ottiene maggior precisione col prenditore, ed il totale scioglimento dei martelli." Il Messagiere Tirolese, Volume 18, 03/02/1832, p. 31

1823

Brevet de 1823 : "Fünfjähriges Privilegium des Johann Streicher, Werkführers des Pianoforte-Geschäftes seiner Mutter M. A. Streicher, geb. Stein, auf die Erfindung von Piano forte mit umgekehrten Mechanismus. Ertheilt am 9  August 1823. In den Jahren 1828 und 1833 auf fünf Jahre verlängert. Erloschen durch Zeitablauf im Jahre 1833.

Die Mechanik dieser Pianosorte ist der sonst gewöhnlichen ganz entgegengesetzt, in dem die Hämmer von oben auf die Saiten schlagen. Eben so ist auch die Tastatur und die Dämpfung über den Saiten und dem Körper angebracht.

Die Saiten werden übrigens wie gewöhnlich aufgezogen ohne die Tastatur entfernen zu müssen. Das Stimmen geschieht vorn unter der letztem mittelst der Verschiebung ohne Benützung eines Stimmleders." Beschreibung der Erfindungen und Verbesserungen, für welche in den Kaiserlich-königlichen österreichischen Staaten Patenten ertheilt wurden, 1841, p. 269 

"Der Hammer-Anschlag geschieht bey dem gewöhnlichen Pianoforte von unten nach oben. Joh. Bapt. Streicher in Wien brachte hierin eine der vorzüglichsten Verbesserungen an, vermöge welcher das Princip des Hammer Anschlages so weit verschieden ist, daß der Hammer umgekehrt von oben nach unten anschlägt, woben die inneren Bestandtheile im Wesentlichen dieselben sind. Er erhielt d. 19. Aug. 1823 ein 5 jahr. Priv. auf die Erfindung :

1) bey einem Pianoforte durch einen umgekehrten Mechanismus, woben die Hämmer von oben auf die Saiten schlagen, einen viel stärkern, rundern und biegsamern Ton zu erzwecken, als bisher möglich war;

2) die Haltbarkeit der Stimmung durch unmittelbare Verbauung des Stimmstockes mit der Leistenverbindung, der sogenannten Zwerge, auf das höchste zu steigern, und den Resonanzboden, mit dem Stimmstocke verbunden, unter den Saiten weglaufen zu lassen;

3) durch Absonderung der Hämmer von den Tasten, den Anschlag bestimmter zu machen, und mittels eines Hammerrechens eigener Art (obschon sich auch Messingcapseln bey dem umgekehrten Mechanismus anwenden lassen) jedem Stocken gewöhnlicher Capseln vorzubeugen. Die Erfahrung hat gelehrt, daß der Hammer-Anschlag gegen de Steg und Resonanzboden einen viel stärkern, bestimmtern und singenden Ton hervorbringt, da die Saite nicht, wie bey dem entgegengesetzten Anschlage, vom Stege gehoben werden kann, und mitbin kein Klirren verursacht.

Daher haben aufrechtstehende Pianoforte immer einen schönern Ton, als Flügeln und tafelförmige Instrumente. Durch den Hammer Anschlag von oben hat Streicher diese Vorzüge des Tones auf liegende Pianosorte übertragen.

Der Hammer ist nun von der Taste ganz abgesondert und der Einwirkung derselben durch schiefen Anschlag, Verdrehung der Capsel, Werfen des Hölzes : nicht mehr ausgesetzt; der Hanuner kann nie stocken (was bey Messingcapseln nur zu oft der Fall ist) da er durch einen silbernen Stift in einer mit Casimir gesuterten Nuth sich bewegt; er kann nie aus dem Rechen springen, was bey Capseln durch starkes Schlagen manchmahl geschieht; die Dämpfung kann nie stocken oder raufchen, da sie rückwärts in Pergament eingezogen ist; das Aufschlagen der Tastatur unv Dämpfung ist so bequem eingerichtet, daß weder die eine, noch die andere beym Saiten.

Aufziehen hinderlich ist und nie abgenommen werden dürfen. Die Stimmstifte befinden sich unter der Claviatur am ordern Rande des Claviers gegen den Spielenden zu.

Die Claviatur steht etwas höher, und der Kasten selbst hat daher einen andern Bau, und ist vorne, wo die Claviatur sich befindet, höher, rückwärts aber niedriger.

Der Ton ist viel reiner und läßt sich im Spiele bis zur höchsten Stärke erheben, weil die Saite durch den von oben anschlagenden Hammer fester an den unten liegenden Steg gedrückt wird, nicht aber, wie es bey dem von unten aufwärts schlagenden Hammer der Fall ist, etwas gehoben wird. Die Länge des schwingenden und tönenden Theils der Saite bleibt also unverändert. Das Priv. wurde 1829 auf weitere 5 Jahre verlängert." Systematische darstellung der neuesten fortschritte, Volume 2, 1830, p. 22

1824

Brevet de 1824 : "Fünfjähriges Privilegium des Johann Streicher, privilegirten Klavier-Instrumenten-Berfertigers in Wien, auf Veränderungen an den aufrecht stehenden Piano fort es. Ertheilt am 26. Februar 1824. Erloschen durch Zeitablauf im Jahre 1829.

Die Hämmer an diesen Instrumenten werden durch nahe zwei Fuß lange Stäbe (sogenannte Abstrakten) in Bewegung gesetzt. Sie sind in einem Rahmen vereiniget, und von der Tastatur abgesondert.

Um den Ton beim Spielen zu verstärken, ist die Mechanik so eingerichtei, daß jedesmal die Oktave des angeschlagenen Tons mitklingt. Diese Verstärkung kann übrigens nach Willkür gebraucht werden." Beschreibung der Erfindungen und Verbesserungen, für welche in den Kaiserlich-königlichen österreichischen Staaten Patenten ertheilt wurden, 1841, p. 270

"Joh. Bapt. Streicher in Wien hat an der engl. Mechanik die wichtige Verbesserung gemacht, daß er jedem Tone seine Octave beysügte, so daß eine und dieselbe Taste ihren eigenen und den Hammer der nächsten Octave in Bewegung setzt.

Die Hauptvorrichtung besteht in einem Nahmen und den darunter besindlichen Stoßzungen, welche durch P, dale in Bewegung gesetzt werden. Dieses Pianoforte hat die Gestalt eines Secretärkastens, ist sehr bequem zu stellen und daher für dir kleinsten Locale geeignet; es zeichnet sich durch einen kräftigen, klingenden Ton vor allen bibher bekannten ausrechtstehenden Instrumenten vortheilhaft aus." Systematische darstellung der neuesten fortschritte, Volume 2, 1830, p. 32

"Anzeige und Erklärung zweyer, von Joh. Bapt. Streicher erfundener, aüsschliessend privilegirter Ciavier-Instrumente, welche unter der Firma Jeanette Streicher, geb. Stein et Sohn verfertigt werden.

Patent-Piano forte mit Hammeranschlag von oben.

Obschon das Pianoforte in den letztlm ao Jahren durch die Verbesserungen solcher Männer, welche- als wahre Künstler nicht blos den Erwerb, sondern die Forderungen der Kunst vor Augen hatten, auf eine hohe Stufe gestellt, und den Wünschen der besten Clavierspielcr näher gebracht wurde« so vermissten Letztere, so wie jedes geübte Ohr doch noch Manches, was die genaueste Darstellung eines Tonstückes i» allen «einen Schaltirungen erfordert, und was sich auf dem gewöhnlichen Wege, trotz aller Bemühungen und Versuche, doch nicht erreichen Hess.

Die vortrefflichen Compositionen, welche besonders in neuerer Zeit für das Pianoforte geliefert wurden, so wie die ausgezeichnet grossen Meister, welche man auf diesem Instrumente zu bewundern Gelegenheit hatte, erregten den Wunsch immer lebhafter, dem Flügel-Pianoforte einen Ton zu verschaffen, welcher nicht nur die schnellste, glänzendste.

Ausführung jeder Composition leicht machen, sondern auch durch Fülle, Rundung, Kraft und Zartheit seiner Schwingungen das Gefühl mehr aufregen, mehr ansprechen könne, und den Spieler 4er ängstlichen Sorgfalt überhebe, dass der Ton im stärksten Anschlage grell und schleppend, oder im Piano kleinlich und mager" werde.

Die Bemerkung, dass bei aufrecht stehenden Pianofortes der Ton viel kräftiger, voller und singender, besonders im Discant aber stärker als bey liegenden Pianoforte ist (welche Vorzüge nur der Hammeranschlag auf die Saiten, gegen denllesonnanz-Boden, gegen den Steg und dessen Stiften bewirken kann), zeigte den Weg an, welchen man einschlagen musste 9 um oben erwähnte Eigenschaften auch auf die Flügel, oder überhaupt auf liegende Instrumente überzutragen.

Es handelte sich-nun darum, eine Mechanik zu erfinden, welche bey ganz entgegengesetztem Wirken (den Hammeransclilag von oben herab) an Leichtigkeit der Behandlung und des Anschlages der Gewöhnlichen ganz gleich komme, und mit diesen Vortheileri auch zugleieh die grösstmöglithste Dauerhaftigkeit verbände.

Der Versuch würde vor zwey Jahren, und zwar auf mehrere Arten gemacht, von welchen diejenige auf immer beybebalten wurde, welche sich durch Einfachheit, Dauer Hnd Zweckmässigkeit am meisten bewährte, und zugleich alle jene Verbesserungen erlaubte, durch welche sich diese Pianofortes ausser dem schöneren Ton noch vortheilhaft auszeichnen.

Man beschränkt sich hier, nur jene Vorzüge anzuführen, welche für den Besitzer eines solchen Pianofortes die wichtigsten sind.

1. Die Solidität des Corpus gewinnt durch die an sieben Stellen unmittelbare Verbauung der innern Lcistenverspreitzung mit dem Stimmstocke ausserordentlich viel, und ein Heben, Ziehen oder Nachgeben des Stimmstockes isf nun durchaus nicht mehr möglich, wodurch die Haltbarkeit der Stimmung neynahe unveränderlich wird, und der Discant gegen den Bass nie zu tief werden kann.

2. Da unter den Saiten keine Mechanik befindlich ist, se kann nun der Resonnanzbodcn ringsherum sefcst bis auf den Stimmstock sich erstrecken und aufliegen, aus welcher Ursache seine Schwingungen viel gleichmäßiger werden, der Discant alles Hölzerne verliert, und so gloikenartig klingt, dass man selbst beym Anschlage auf einer Saite nur reinen Ton vernimmt.

3. Der Hammeranschlag von oben ist viel sicherer, kräftiger und naturgemässer. Die Saite wird gegen den Steg und Resonnanzboden gedrückt, bleibt fest am Stegstiften liegen und gibt auf diese Weise einen weit runderen, reineren, Wangvolleren Ton, welche sich nie ins Grelle treiben, sondern unter der Hand sich gleiehsam schwellen, stärker, schwächer, anwachsend und abnehmend bilden lässt; die Schränkung der Stegstiften braucht, da die Saite durch den Schlag nicht mehr gehoben werden kann, nur massig zu seyn, daher die Reibung der Saite sehr vermindert ist, selbe nicht so leicht springt, und das Stimmen sehr erleichtert wird.

4. Bey der neuen Mechanik ist der Hammer von deF Taste ganz abgesondert, und wird nur von. der auf der Taste befindlichen Auslösung in Bewegung gesetzt, der Anschlag.geschehe nun richtig oder nicht, gerade abwärts oder seitwärts, so hat dieses auf den Hammer keinen jSinfluss, sondern selber muss, da er, blos von der Auslösung berührt, weder rechts'noch links weichen kann, immer senkrecht auf die Saiten fallen, und einen festen, bestimmten Ton hervorbringen. Ausser dem Anschlage von oben ist diese Absonderung des Hammers von der Taste eine der. vorzüglichsten Ursachen, aus welcher alle Spieler, selbst Kinder, einen schönen Ton aus diesem PatcntPianoforte ziehen.

5. Durch einen Hammerrechen, In welchem die Hammerstiele am silbernen Stiften sich bewegen, ist jedem Stocken der Hämmer vorgebeugt, und weder Zeit noch Staub können den prompten Anschlag derselben verhindern. Jeder Hammer kann einzeln auf das schnellste heraus genommen werden, und der härteste Angriff vermag denselben nicht aus seiner Lage zu bringen, noch aus dem Rechen zu schlagen, denn eher würden die Saiten der übermässigen Gewalt weichen. .

6. Eben 10 wenig ist die Dämpfung einer Veränderung oder dem Stocken unterworfen; kein Staub, keine feuchte Witterung haben Einfluss auf selbe; sie kann weder im Ganzen, noch in den einzelnen Theilen jemals Unbrauchbar werden, und dämpft auf das genaueste und stilleste. Gegen das Hineinfallen fremder Körper ist sie durch die Tastatur geschützt.

7. Obwohl das Stimmen unter der Tastatur verrichtet wird, so unterliegt es gar keiner Schwierigkeit, und erfordert, sobald sich der Stimmer nur einiger Massen damit bekannt gemacht hat, nicht mehr Zeit als gewöhnlich. Er bedarf keines Stimmkeiles, welcher Selbst oft einen Nebenton verursacht, der das Stimmen erschwert, sondern stimmt, mittelst der Verschiebung auf einer, zwey und drey Saiten, wobey er, sich eines sehr zweckmässig eingerichteten Stimmhammers bedient.

Der obenerwähnte Bau des Corpus, durch welchen der Stimmstock an Geben Stellen auf das genaueste mit der Zarge und def inneren Leistenverspieitzung unmittelbar verbunden ist, und ein Ganzes ausmacht; der überall, selbst auf dem Stimmstocke aufliegende Resonnanzboden; die wenigere Schränkung der Stegstiften; alles dieses trägt zur grössten Haltbarkeit der Stimmung bey, und nur kalte, beisse öder feuchte Witterung können noch einigen Einfluss auf das Verstimmen dieser Pianoforte haben, welches aber auch dann nuir gleichnjääsig geschieht, ohne dass das Instrument in sieji selbst verstimmet, sondern im Ganzen zu hoch oder zu tief wird.

Sollte eine Saite aufgezogen werden, so ist es weder nöthig die Dämpfung noch Tastatur abzunehmen, sondern beyde werden blos aufgeschlagen, bey welcher Verrichtung es unmöglich ist, Eine oder die Andere zu beschädigen; die Saite kann dann bequem unter der Dämpfung weggezogen werden.

8. Gehört es noch unter die wesentlichen Vorzüge dieser Patent-Pianoforte, dass alle Theile der Mechanik unter der Tastatur befindlich, und, so wie letztere, gegen das Hineinfallen des Staubes oder anderer Sachen aufs sorgfältigste geschützt sind.

Diese Gattung Instrumente hat drey Veränderungen, als :
1) das Forle oder Aufheben der Dämpfung,
2) die Verschiebung auf zwey Saiten (statt des gewöhnlichen Pianozuges) und
3) die Verschiebung auf eine Saite.

Dieses sind in möglichster Kürze dier Haupteigenschaften dieses Patent-Pianoforte; würde selbst der Ton, durch welchen es sich doch am meisten auszeichnet, nichts gewonnen.haben, so sind doch die Vortheile der Mechanik, die Dauerhaftigkeit derselben, die Schnelligkeit dos Auftchlagen der Tastatur, die Leichtigkeit, mit welcher man zu den Tasten, so wie zu jedem Theile der Mechanik gelangen kann, für jeden Kenner so überwiegend, dass es zu hoffen ist, diese Instrumente in einigen Jahren allgemein verbreitet zu sehen.

Nicht die Sucht, sich durch etwas Neues öder Ungewöhnliches auszuzeichnen, sondern ganz allein der Wunsch, den Vorwurf der'Armuth des Tones von dem harmoniereichsten Instrumente abzuwälzen; dem Spieler, der nicht allein schnelle, trockene, kalt lassende Passagen zu machen, sondern seinen Vortrag so einzurichten sucht, dass er auch die Empfindung seiner Zuhörer in Bewegung setzen, und ihnen die seinige mittheilen, dass sowohl er als der minder Geübte ohne Anstrengung, ohne Aengstlichkeit alle mögliche Steigerung und Abnahme des Tones hervorbringen könne, mit einem Worte, dem Clavierspieler ein Organ zu verschaffen, das Alles, was er sagen will, schön und edel, ohne irgend an eine Mechanik zu erinnern, darstelle, hat dieses Instrument hervorgebracht, und die viele Mühe erleichtert, welche das Zustandebringen desselben kostete. Der Beyfall wahrer Musikkenner wird der schönste, grösste Lohn seyn, welcher dem Erfinder zu Theil werden kann.

Aufrechtstellendes. Patent-Pianoforte.

Dieses Instrument unterscheidet sich durch folgende Eigenschaften:

1. Ist dessen äussere Form schrankförmig; der eigentliche innere Corpus gleicht einem senkrecht aufgestellten FlügelPianoforte, dessen Spitze nach unten, der breite Theil aber nach oben gekehrt ist; die Hämmer, welche durch Stäbe (Abstracten) mit der Tastatur in Verbindung gesetzt sind, schlagen oberhalb derselben gegen die Saiten. Diese Pianoforte sind in England unter dem Namen: Cabinet-Pianoforte allgemein gebräuchlich, und zeichnen sich durch ihre Solidität und schönen Ton besonders aus.

2. Befindet sich der Stimmstock, an welchem wie an einem Flügel-Pianoforte alle Stimninägel stehen, in einer, selbst für den kleinsten Stimmer bequem erreichbaren Höhe.

3. Sind die Hammer alle von den Tasten abgesondert, und laufen in einem eigenen Rechen, durch welchen sie nicht nur auf das genaueste auf die Saiten treffen. müssen, sondern auch durch die Art. ihrer Befestigung an den Abstracte« nie stocken können.

4. Der ganze Corpus so wie der Stimmstock ist genau so, wie bey dem vorher beschriebenen liesenden Pianoforte gebaut, und die Haltbarkeit der Stimmung dieselbe.

5. Liegt auch der Resonnanzboden gleich dem der Patent-Flügel überall auf, und bewirkt im Vereine mit dem auch hier Statt findenden Hammeranschlag gegen die Saiten, den Steg und Resonnanzboden einen eben so klangvollen, glockcnartigen Discant, als bey den Patent-Flügeln.

6. Endlieh durch die neue Vorrichtung, anf deren Erfindung dem Obgenannten ein Patent verliehen wurde, und welche im Wesentlichen darin besteht, dureh eine sehr einfache Mechanik, wefthe mittelst eines mit dem Fusse zu tretenden Zuges in Wirksamkeit gesetzt wird, jedem Tone seine obere Octave beyzufiigen, so zwar, dass ein und dieselbe Taste ihren eigenen und den Hammer (nicht Taste) der nächsten obern Octave in Bewegung setzt.

Dass dadurch der Reichthum des Instrumentes s um sehr vieles vermehrt worden, dass in allen Arten des Spieles bey zweckmässiger Anwendung ganz neue überraschende Effecte hervorgebracht werden können, dass der Spieler nun im Stände ist, die schnellsten, gewagtesten Octavengänge, die sonst mit gespannter Hand gemacht werden mussten, mit einzelnen Fingern zu machen, dass die unsichersten Sprünge nun leicht sind, dass, wenn eine oder beyde Hände Accorde aushalten, man; mit demselben Pedale diese Accorde um eine Octave höher, gleich einem Echo nachschlagen könne, wird der aufmerksame Spieler so wie der talentvolle Musiker von selbst finden.

Da das Mitanschlagen der obem Octave jeden Ton bestimmter klingen macht (gleich dem Octavregister auf der Orgel), so passt dieses Pedal hauptsächlich zu jenen Stellen, die eine starke besondere Wirkung machen sollen, und man hat dabey nur in Acht zu nehmen, dass zwischen beyden Händen eine Oo-tave leer bleibe, damit die Octaven des Basses nicht schon durch die rechte Hand angeschlagen werden.

Dieses Patent-Pianoforte hat drey Veränderungen, als: die Verschiebung, den Octavenzug und das Forte.

Die Dauerhaftigkeit dieses Instrumentes, sein kräftiger Ton, der ausgezeichnet schöne Diseant, so wie- die überraschende Wirkung des Octavenzuges lassen hoffen, dass dieses aufrechte Patent-Pianoforte dem Musikkcnncr mehr als Nolhbehelf für Mangel an Platz seyn, und ihm ein weites Feld für neue musikalische Effecte öffnen werde. Zugleich glaubt der Erfinder durch diese beyden Instrumente gezeigt zu haben, wie sehr er bemüht ist, durch zweckmässige Veränderungen, dem Pianoforte eine immer grössere Vollkommenheit zu geben, und sich dadurch am besten allen Musikfreunden zu empfehlen. Wien, im November 1824." Intelligenzblatt zur Caecilia, 1825, n°7, p. 30-34

1827

Brevet de 1827 : "A Streicher Anna e figlio di Vienna fabbricatori di forte piani, per un anno. Sovrana Risoluzione primo novembre 1827.

Miglioramento nei piano-forti d'ogni sorta, d'applicare cioè secondo la nuova moda inglese de'fondi di risonanza di metallo, cioè d'acciajo, rame od ottone anzi che di legno, col qua! mezzo li strumenti acquistano maggior solidità e miglior suono. Aulico Dispaccio 24 novembre 1827 N. 30527-3642." Collezione delle leggi, istruzioni e disposizioni di ..., 1827, p. 157

1831

Brevet de 1831 : "Streicher, facteur allemand (!), perfectionne la mécanique en général, et apporte divers changements à l'échappement anglais." Organographie : La facture instrumentale depuis 1789 jusqu'en 1857 inclusivement, Adolphe Le Doulcet Pontécoulant, 1861

"1718. Anna, Streicher und Sohn, privil. Klavier-Instrumentmacher zu Wien (Landstrasse, Nro. 413); auf Verbesserungen an den Pianofortes, und zwar :

1) bei liegenden Pianofortes jeder Form durch einen beweglichen Fanger die bekannte englische Mechanik mit abgesondertem Hammerstuhle und Stofszungen so anzubringen, dass sich der Hammerstuhl rückwärts an der Tastatur befindet, und der Anschlag der Hämmer in derselben Stellung, wie bei der sogenannten Wiener Mechanik geschieht, wodurch die leichte brillante Spielart der Wiener Mechanik mit-der Kraft der englischen vereinigt, und bei tafelförmigen Instrumenten noch der besondere Vortheil erzielt wird, clals die Hämmer bei jeder Art des Anschlages nie die Saiten des nächsten Tones treffen können;

2) den Hammerstuhl auf eine elastische Unterlage zu befestigen, wodurch das bei der englischen Mechanik so störende Pochen ganz beseitiget wird;

3) bei aufrecht stehenden Pianofortes mit englischer Mechanik die Fanger oben an den Abstrakten (Stäben) anzubringen, und die Hämmer von diesen abzusondern, wodurch die bei den englischen Kabinet-Pianofortes nothwendige eigene zweite Mechanik für die Fanger erspart, so wie auch eine gröfsere Präzision im Fangen, und das völlige Auslösen der Hämmer erzweckt wird. Auf fünf Jahre; vom 2. Julius." Jahrbücher, Volume 17, Technische Hochschule Wien, 1832, p. 366

"A Streicher Anna e figlio fabbricatori d’ istromenti in Vienna per anni cinque, come dal dispaccio aulico 19 luglio 1831 n.° 16399-1475, pel miglioramento intorno ai fortepiani, cioè

1.° di applicare ai fortepiani a tavola di qualsivoglia forma, mediante un prenditore (Funger) movibile, il conosciuto macchinismo inglese con sedia preparata di martelli e molle, in guisa che questa sedia traversi dietro la tastatura, e che il battimento dei martelli succeda nella stesse maniera come nel cosi detto meccanismo di Vienna, per cui il sonare facile e brillante del meccanismo viennese si combina col vigore inglese‘, dal che risulta inoltre il vantaggio negli istromenti a tavola, che i martelli, in qualunque modo sieno compressi, non possono mai toccare le corde del tuono vicino;

2.° di fermare la sedia dei martelli sopra una base elastica per togliere il rumore che tanto disturba nel meccanismo inglese;

3.° di applicare nei fortepiani a scrigno col meccanismo inglese i prenditori alla cima degli astratti (Vergher), di separare i martelli dai medesimi, per cui è superfluo il secondo meccanismo necessario nei fortepiani inglesi, e si ottiene maggior precisione nel prenditore ed il totale scioglimento dei martelli." Raccolta degli atti del governo e delle disposizioni generali ..., Volume 2, 1831, p. 269

1835

Brevet de 1835 : "Fünfjähriges Privilegium des J. B. Streicher, bürgert. Klavier -Instrumentenmachers in Wien, auf eine sehr einfache Verspreizung an den Fortepiano's.

Ertheilt am 10. September 1835. Erloschen durch Zeitablauf im Jahre 1840. Der Bau, sowohl der Flügel als der tafelförmigen Pianoforte, bearbeitet derselbe wie sonst, nur werden die inneren Verspreizungen von Holz weggelassen.

Statt derselben werden eiserne Röhren an drei Stellen über den Saiten angebracht, und noch eine Röhre gegen die Stimmstockspreize unter dem Resonanzboden in die Zarge befestiget." Beschreibung der Erfindungen und Verbesserungen, für welche in den Kaiserlich-königlichen österreichischen Staaten Patenten ertheilt wurden, 1841, p. 276

"A Streicher I. R. fabbricatore di clavicembali e proprietario di un privilegio esclusivio in Vienna. Privilegio di cinque anni concessogli in data 10 settembre 1836, per miglioramento nella costruzione dei piano forti, con cui mediante un semplicissimo allargamento di cannelli di metallo diventa superfluo tanto nei piano forti ad ala, come in quelli a forma di tavola, ogni rivestimento del corpo che finora doveasi necessariamente stabilire sotto il fondo di risonanza, Aulico Dispaccio 24 settembre 1835, N. 25252-1912." Collezione delle leggi, istruzioni e disposizioni di massima pubblicate, 1835, p. 522

1837

Brevet de 1837 : "2256. J. B. Streicher, bürgerlicher Klavier-Instrumentenmâcher und Inhaber eines k. k. Privilegiums in Wien (Landstrasse, Nro. 413); auf die Verbesserung in der Verfertigung der Forte-Piano, wonach mittelst einer sehr einfachen Verspreitzung von metallenen Bohren sowohl an Flügel- als tafelförmigen Forte-Piano jede bisher unter dem Resonanzboden nöthig gewesene Verbauung der Korpus-Zarge entbehrlich gemacht wird. Auf fünf Jahre; vom 10. September." Jahrbücher, 1837, p. 477

"Dem J. B. Streicher, bürgerlicher Clavier-Instrumenten Macher und Inhaber eines k. k. Privilegiums in Wien (Landstrasse Nr. 412) auf die Verbesserung in der Verfertigung der Fortepiano, wonach mittels einer sehr einfachen Verspreigung von metallenen Röhren sowohl an Flügel, als Tafelförmigen Forte-Piano jede bisher unter dem Resonanz Boden nöthlg gewesene Verbauung der Corpus Zarge entbehrlich gemache werde; auf fünf Jahre, vom 10. September. Hofkammer-Decret vom 10. September 1835 R. Z. 55,176." Sammlung der Gesetze für das Erzherzogthum Oesterreich unter der Ens, Volume 17, 1837, p. 1038

1840

Article sur le feutre utilisé comme garniture des marteaux vers 1840 : "Ueber die Fabrikation englischen Hammertuches und englischer Gußstahlsaiten für Klaviere. Don J. B. Streicher, k. k. Hof-Klavier-Instrumentenmacher in Wien."

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pianos viennois 1700 - 1849


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