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BÖSENDORFER
à Vienne (°1828)

1853

"Bösendorfer (Ignaz) ist in Wien am 28. Juli 1796 geboren, und Sohn eines bürgerl. Tischlermeisters. Da er schon in der Werkstätte seines vaters ein ausgezeichnetes, technisches Talent bethätigte, und eine besondere Vorliebe für musikalische Instrumente an den Tag legte, ward er zu dem damals bekanntesten Fortepianomacher Brodmann gegeben, bei dem er 15 Jahre praktizirte.

Brodmann erkannte und würdigte das Talent, die Geschicklichkeit seines Eleven, weihte ihn ganz in die Geheimnisse seines Fabrikates ein, so, daß Bösendorfer bald als sein bester, tüchtigster Schüler dastand, und Instrumente (vornehmlich jene damals vor allen beliebten stehenden Piano's) verfertigte, deren Besaitung allein der Meister sich vorbehielt, und die doch Brodmann's erworbenen Ruf nicht blos zu festigen, sondern bedenkend zu mehren, ganz geeignet waren.

Im Jahre 1828 etablirte sich Bösendorfer selbststindig und arbeitete rüstig in seinem Fache, vornehmlich waren es die schon damals vor Allen berühmten französischen Instrumente, deren Studium er seine ganze Aufmerksamkeit widmete, von denen manche er zerlegte, und ihre Konstruktion, (innern Bau des Kastens, des Resonanzboden, SaitenHalter etc.) er durch forschte, um mit Beibehaltung der Wienermechanik, die stärkere Bespannung und somit auch den krustigen Ton zu erzielen.

Ein Hauptaugenmerk war aber dabei die Gleichheit der Register und leichte Spielart. So kam das Jahr 1839 heran. In die damals eröffnete Gewerbsproduktenausstellung lieferte auch Bösendorfer Instrumente, die auch allgemeines Aussehen erregten, nicht blos der Pracht und Eleganz wegen, anlangend die Ausstattung, vielmehr ob des grandiosen Klangen und vollkommenheit der Konstruktion und leichten Spielart.

Es wurde ihm auch hierfür die Auszeichnung der goldenen Medaille zu Theil, und in Jahr darauf als Hofdekret k. k. Hoffortepianomacher. Obwohl früher schon Bösendorfer' Fabrikate sich vielfacher Anerkennung erfreuten, und in die k. k. Provinzen zahlreich begihrt wurden, so datirt sich dennoch von diesem Zeitpunkte sein europäischer Ruf her denn abgesehen davon, daß Allerhöchst Ihre Majestäten, der Kaiser und die Kaiserin, sich seiner Instrumente zu bedienen anfingen, waren et auch fast alle Künstler, die auch auf seinen Flügeln sich hier hören ließen, nnd man darf nur die Namen Thalberg und Liszt nennen, um nicht blos für den schönen Gesang seiner Fabrikate, sondern auch für deren Dauerhaftigkeit (Solidität) vollkommene Garantie zu haben.

Es ist wohl nicht zu verkennen, daß das Aufhören Graf's zur schnelleren Popularität Bösendorfer's, seiner Anerkennung von Leiten des Auslandes, beigetragen habe; allein gerade dieß spricht für sein Talent und seine Umficht, daß er diesen günstigen ZeitPunkt zu nützen und seine Tüchtigkeit als Meister hier und nach außen geltend zu machen wußte.

Und daß seine Instrumente wirklich die Auszeichnung und die Beliebtheit verdienen, deren sie sich erfreuen, dafür liefert uns alljährlich jede Konzertsaison die besten Belege, denn nebst Streicher ist Bösendorfer es beinahe allem, dessen Fabrikate die Fortepiano-Virtuosen wählen, um das Publikum zu entzücken, und es haben fich schon Fille ereignet, daß der Wiener-Meister selbst dem französischen (z. B. selbst einem Erard) überlegen war.

Nicht zu vergessen ist auch, baß Bösendorfer, so wie Streicher mit besonderer Humanität ihre Säle den Virtuosen zu Privatkonzerten überlassen, und erstere auch von Zeit zu Zeit Soirien veranstaltet, wo nicht blos anerkannle Meister (z. B. in jüngster Zeit Pirkhert), sondern auch aufstrebende Kunstjünger von einem sehr gewählten Kunstpublikum gehört werden, und hiedurch den Letzteren die Möglichkeit geboten wird, zu erproben, welch einen Flug, und wie hoch, ihre Fittige wagen dürfen, und ob selbe für die Öffentlichkeit reif und tüchtig genug." Allgemeine Wiener Musik-Zeitung, Volume 4, 1844, p. 425

1859

NÉCROLOGIE

"Das Leichenbegängniß des k. k. Hof - Clavierfabrikanten I. Bösendorfer fand vorgestern, am 15. April, unter dem Geleite einer äußerst zahlreichen Menge statt. Die Leiche wurde aus der Wohnung des Verblichenen in die Piaristenkirche der Josephstadt getragen, daselbst eingesegnet und dann in eigener Gruft auf dem Schmelzer Friedhof beigesetzt.

In der Kirche war ein elegantes Publikum versammelt, unter denen sich Musiker ersten Ranges und sonst noch viele Künstler befanden. Hr. Bösendorfer hinterläßt nicht nur als Clavierbauer – seine Fabrikate sind bekanntlich weltberühmt – sondern auch als Mensch einen bedeutenden ehrenvollen Namen.

Wie wir hören übernimmt Hr. Ludwig Bösendorfer, der bereits drei Jahre lang dem Geschäfte seines Vaters mit großer Umsicht vorstand, selbst die Clavierfabrik und gewiß werden auch unter seiner erneuerten Leitung die „Bösendorfer“ in jeder Beziehung ihrenalten „guten Klang“ behalten." Wiener Theater-Zeitung, 17/04/1859, p. 351

1873

Ludwig Bösendorfer, Clavier-Fabrikant in Wien.

"Ludwig Bösendorfer steht der Fabrication der Bösendorfer'schen Flügel seit dem Tode seines Vaters, seit dem 14. April 1859 vor, und hat den Ruhm, den ihm der Vater zu Erbe gelassen, vielfach erhöht. Selten war ein redliches und edles chrgeiziges Streben von glücklicheren Erfolgen begleitet.

Ludwig Bösendorfer hat in Wien im Jahre 1835 das Licht der Welt erblickt. Er studirte Technik und Musik mit gleichem Eifer und brachte seine freien Stunden am liebsten in der Clavier-Fabrik seines Vaters zu.

Seine Mutter wollte durchaus das Zeug zu einem Soldaten in ihm entdeckt haben und hätte gern seine Erziehung nach dieser Richtung beeinflußt; der Vater jedoch, jeder Zoll ein Bürger und Freidenker, fand es nicht gut, dem Sohne irgend eine Richtung aufzuzwingen, sondern überließ es ihm selbst, wenigstens scheinbar, sich nach seiner Neigung zu entwickeln, sich die Carrière zu wählen.

Gerade dieses Zugeständniß, welches Ludwig nicht wenig stolz machte, knüpfte ein so inniges Bündniß zwischen Vater und Sohn. Vertrauen weckt immer wieder Vertrauen. Es war bald nicht mehr kindliche Liebe, sondern die intimste Freundschaft, was dem Sohne, wie er selbst zu sagen pflegt, die Nähe seines Vaters heilig machte. Sie machten zusammen Ausflüge, Reisen, und besuchten bei dieser Gelegenheit die berühmtesten Clavier-Fabriken.

Ohne es selbst zu wissen oder an sich wahrzunehmen, wurde Ludwig Bösendorfer so Clavier-Macher. Immer drängte es ihn in die Nähe des Vaters, an dessen Arbeit, zu dessen Beschäftigung, immer war er beslissen, ihn der einen oder der anderen zu überheben.

Jetzt mußte er allein Reisen machen. Der Vater wollte es haben. Ohne Ziel, ohne Zweck. Er ging zunächst nach Leipzig. Sein erster Weg führte ihn in eine Clavier-Fabrik. Er weiß noch heute nicht bestimmt, ob es seine Absicht oder bloßer Zufall war.

So ging es fort. In Deutschland, Frankreich, London, überall waren es Clavier-Fabriken, welche sich ihm zuerst in den Weg stellten. Mehr als ein Jahr war um, als ein beunruhigender Brief über die Gesundheit des Vaters ihn zurückrief. Er kam nach Hause, und der Vater forderte nicht die mindeste Auskunft oder Rechtfertigung über Thun und Lassen des Sohnes während seines langen Ausbleibens.

Der Vater ging nun in ein Bad nach Steiermark und Ludwig machte sich in seiner Abwesenheit ohne einen speciellen Auftrag zum Director der Fabrik. Als der Vater nach einer zweimonatlichen Abwesenheit zurückkam, schien er von der usurpirten Stellung seines Sohnes gar keine Notiz zu nehmen. Es ging so weiter, als wäre es nie anders gewesen, als verstände sich das Alles von selbst.

Im Jahre 1859 starb der Vater nach fünfmonatlichem Krankenlager. Auch jetzt noch wollte die Mutter einen Soldaten aus Ludwig machen. Erst als dieser energisch drohte, ins Ausland zu gehen, um dort selbst eine Clavier-Fabrik zu etabliren, willigten seine Verwandten darein, die Fabrik ihm anzuvertrauen, anstatt sie unter den Hammer zu bringen.

Als Soldat wäre er vielleicht ein General geworden, und hätte heute vielleicht schon eine Schlacht gegen unsere Feinde verloren, als Clavier-Macher wurde Ludwig Bösendorfer eine der festesten und stolzesten Säulen der vaterländischen Industrie.

In den zehn Jahren seines selbstständigen Wirkens hat er zur Verbesserung und zum Ruhme seines Fabrikats mehr beigetragen, als sich einem verhältnißmäßig so kurzen Zeitraum gegenüber fassen läßt. Patente, Ausstellungen, Medaillen, Orden, Titel, Vergrößerung seines Geschäftes, Ernennungen zur Ehrenmitgliedschaft fast aller künstlerischen Vereine und vieler politischer Körperschaften sind die äußeren Merkzeichen seiner Verdienste um unsere Industrie, um die Tonkunst.

Die größte Freude machte ihm das CabinetsGeschenk der Kaiserin von Desterreich. Die hohe Frau ließ bei ihm ein Pracht-Clavier für die Pariser Ausstellung anfertigen, welches als Souvenir für die Kaiserin Eugenie von Frankreich in Paris blieb. Man erinnert sich vielleicht noch der rühmenden Schilderungen dieses Flügels, von denen damals alle Tages- und Fachblätter voll waren.

Damals erhielt Bösendorfer von der Kaiserin Elisabeth eine prachtvolle Tabatière mit Namens-Chiffre, und das kostbare Geschenk wurde dem Fabrikanten von der hohen Frau selbst in der liebenswürdigsten Form überreicht.

Selten war ein reicher Besiz und ein verdienstliches Wirken mit so viel Bescheidenheit des Charakters gepaart. All' sein Streben ist, den Namen seines Vaters zu immer höherem Glanze zu bringen. Seine Lust und Freudigkeit an der Arbeit zeigen, daß die Clavier-Fabrication ihm mehr als ein Geschäft, daß sie ihm ein hoher Beruf ist." Biographisches Lexikon der Wiener Weltausstellung 1873, Heinrich Frauberger, p. 26-27

1893

"The factory of Herr L. Bösendorfer is at present the largest in Austria; it was founded by the father of the present owner in 1828, and carried on by him till 1859, down to which time the instruments were not numbered. Since 1859, 12,430 pianofortes have been made, but hardly 1% of this total were pianinos, all the rest being grands. The Bösendorfer grands are the only make used by virtuosi in Austria." A History of Pianoforte-playing and Pianoforte-literature, 1893, p. 277

1899

"Boesendorfer, célèbre fabrique de pianos à Vienne, fondée en 1828 par Ignaz B. (né à Vienne le 28 juil. 1796, élève de J. Brodmann, m. le 14 avr. 1859) et dirigée, après la mort de ce dernier, par son fils Ludwig B. (né à Vienne, en avr. 1885)." Riemann Humbert Dictionnaire de musique 1899, p. 91 (Archive.org)

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pianos viennois 1700 - 1849


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