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LESCHEN Wilhelm
de Vienne

1823

"[...] Sein [Moscheles] kunstreiches Spiel hatte er einem Fortepiano von Leschen anvertraut, welches sich auch in jeder Hinsicht trefflich bewährte. Der Ton war voll und wohlklingend, der Anschlag höchst präcis, die Stimmung fest, und die schöne Stärke gestattete dennoch ein äusserst zartes Piano. Bey den vielen Schulen und Partheyen in der Musik ist es natürlich, dass es auch Partheyen in Beziehung auf die Instrumente gibt, und dass da oft verschiedene Ansichten aus verschiedenen Rücksichten entspringen.

Es bleibt aber unbestreitbar, dass die Instrumente von Leschen in Wien seit einigen Jahren an ihrer inneren Vollkommenheit — denn das ist ja die Hauptsache, wenn gleich manche Wiener Clavier-Instrumente nur wegen der Schönheit des äusseren Kastens zu betrachten sind — und Solidität sehr gewonnen haben.

Sie gehören zu den besten, welche in Wien erzeugt werden. Überhaupt ist es erstaunenswürdig, wie weit der Kunstfleiss es hierin in Wien gebracht hat.

Der Verfasser hörte unlängst ein Hummel'sches Concert auf einem aufrechtstehenden Fortepiano von Wachtel in Wien vortragen, dessen schöne Wirkung im Torte und der Behandlung, in Vergleich zu einem Flügel, nichts zu wünschen übrig liess.

Diese nähmliche Concert wurde der interessanten Vergleichung wegen später anfeinem Flügel von Seidler vorgetragen, und die überraschende Wirkung, welche beyde in ihrer Art ganz verschieden, machten, erregte die Achtungdes Zu hörers vör dem in Wien in diesem Zweige herrschenden Runstflersse.

Seidler ist ein junger Meister, der durch seine schöne und solide Arbeit vor vielen seines Gleichen sich auszeichnet. Diess wurde beyläufig berührt, weil eben bey dem Spiele des Herrn Moscheles auf dem Instrumente von Leschen vielfältige Vergleichungen in einem Gegenstande angestellt wurden, der zu dem Kunstreichthume Wiens gehört, und nothwendig zu Streitfragen Veranlassung geben muss.

Schön ist die Nacheiferung und Anstrengung so geschickter Meister in diesem Fache, welche Wien allein unter allen Städten aufzuweisen hat." Allgemeine musikalische Zeitung : mit besonderer Rücksicht auf den ..., Volume 7, 1823, p. 774  Voir WACHTL (°1802)

1824

"[...] Leschen in Wien verfertiget jetzt Quer-Pianoforte, wobey seitwärts die Flügelform angewendet ist.

Sie nehmen wenig Platz ein, und leisten mehr als die gewöhnlichen Quer-Pianoforte.

Diese sind die vorzüglichsten, von einander wesentlich verschledenen Gattungen der Pianoforte, deren Unterarten aber zu zahlreich sind, um si« hier aufführen zu können.

Wenn ein Pianoforte gut seyn soll, so hangt alles ab von der Güte deö Materials, als Holz, Leim, Stimmnägel, Saiten sc., von der Sorgfalt und Genauigkeit, mit welcher diese Stoffe verbunden werden, hauptsächlich aber von der Zweckmäßigkeit, mit welcher eS für den geübten Spieler ausgearbeitet ist.

Von dem Holze insbesondere hängt die kürzere und längere Dauer des Instruments ab.

Schlechtes Holz kann die große Last von 8000 bis 9000, auch mehr Pfund, welcher die Spannung der Saiten gleichkommt, nicht aushalten, macht sich los, und das Verhältnis der Theile ist zerstört, daher in dieser Hinsicht ein Meister nur erst nach Verlauf von mehreren Jahren beurtheilr, und ihm sein Rang unter den übrigen angewiesen werden kann.

Der Stimmstock wird durch starkes Spannen der Saiten (Stimmen) in der Mitte oft etwas einwärts gebogen, woraus man die Stärke der Spannung im Ganzen beurtheilen kann.

Zudem nimmt man jetzt noch tickers Saiten als vormahlj, deren Ton man durch stärkeres Spannen erhöht; man besaitet dreychorig, und selbst noch einige Töne über die sechsts Octave hinauf.

Ist die Zarge nicht aus sehr gutem Holze und sehr fleißig gemacht, so weicht sie aus ihrer Stelle und drückt den Resonanzboden; die, ser verliert dadurch seine freye Elasticität, und der Klang verliert sich so sehr, daß oft nichts als ein mit Hasten versehenes Hackebret übrig bleibt.

Man pflegte daher in Wien schon seit längerer Zeit das Holz zu dörren, welches Munding schon seit beyläusig 1801 that, und jeder größere Claviermacher hat jetzt eigene Behältnisse, welche durch eiserne Osen und Röhren stark geheitzt werden, um das Holz ganz auszutrocknen.

Noch besser dürften die ausgelaugten Hölzer (vgl. Abth. Hölzer) bey dem Baue der Pianoforte dem Zwecke entsprechen.

Güte der Drahtsaiten ist eine weitere Hauptbedingung.

Man bedient sich theils inländischer, theils der Nürnberger Saiten, die man immer den ersterer vorzieht, seit kurzem auch Berliner und englischer Stahlsaiten.

Zu den Materialien gehört auch Bleydraht, welcher dazu dient, um die Tasten, wen» sie zu schwer gehen, oder zu leicht vorwärts niedergedrückt merden können, vor oder rückwarts zu beschweren, wo er in das Holz eingelassen wird; auch zur Beschwerung der Dämpfung braucht man ihn.

Die Sorg fall und Genauigkeit, womit alle» geordnet und angewendet wird, ist sehr wichtig, da ein Pianoforte auö mehr als 2500 Theilen zusammengesetzt ist, und ein einziger solcher Theil, der vernachlässiget ist, nachtheilig auf den Ton wirken kann.

Am schwersten aber ist es, ein Pianoforte in allen Theilen der Mechanik und des Tones so einzurichten und auszubilden, daß eS allen Forderungen der Musik, besonders aber denen des vollen» deren Spielers entspricht.

In dieser Hinsicht gebührt demjenigen Pianoforte-Verfertiger (Fertigmacher), der selbst spielt, ein entschiedener Vorzug vor jedem andern, der weder Musik, noch das kennt, was der Spieler herausziehen kann und soll. Wenn alle Bestandtheile schon gerichtet sind, so braucht der sogenannte Fertigmacher zur Zusammensetzung derselben bey guten Instrumenten noch wenigstens 3 Wochen.

Ein gutes Pianoforte muß einen runden, vollen und starken Ton haben, die Tasten müssen leicht und willig zu spielen seyn, die Stimmung muß lange anhalten, und von der Bewegung der inneren Theile darfbeym Spiele nichts gehört werden.

Die Verfertigung der Clavier-Instrumente wird am stärksten in Wien betrieben, welche Stadt nicht nur in der österr-Monarchie, sondern auf dem ganzen europäischen Continente die meisten und besten Instrumente liefert.

Die Wiener Pianoforte stehen nun nicht mehr den englischen nach, welche sich bloß in der innern Mechanik von ersteren dadurch unterscheiden, daß der Schlag deS Hammers gegen den Spieler geht, während er Key den ersteren gegen den Resonanzboden zu geschieht. Im J. 1821 wurden daselbst an 150 Clavier-Instrumentenmacher, theils Meister, theils befugte Fabrikanten, gezahlt, und darunter gibt es mehrere, deren Nahmen in der ganzen musikalischen Welt bekannt sind.

In flügelförmigen Pianoforte sind unter den jetzt lebenden die bedeutendsten :

Jac. Berrsche, Jos. Böhm, Jos. Brodmann, Joh. Pet. Fritz, Carl Graf, A. Graf, Wilh. Leschen, Math. Müller, Joh. Promberger, Joh. Schantz, M. Süsser!, Andr. Srein, Nannette Streicher geb. Stein, Jos. Wachtel, Ant. Walter u. s. w.;

die besten aufrechtstehenden Pianoforte verfertigen :

Christoph Erler, Heinr. Jansen, Wilh. Leschen, Math. Müller, Seidel, Mart. Seuffert, Jos. Wachtel, Ant. Walter und Sohn u. a. m.; in den tafelförmigen Pianoforte sind die besten: Amberg, Jac. Bertsche, Jos. Böhm, Christ. Buddenhagen, Cyrill Demian, Joach. Ehlers, Christoph Erler, Joh. Fritz, Georg Haschka, Kasp. Katholnig, Jos. Klein, Krämer, Wilh. Leschen, Friedr. MarkS, Marl. Müller, Math. Müller, Jos. Neubauer, Peröre, Joh. Promberger, Ruppert, Schneider, Nic. Steinhäuser u. a. m.

Man hat berechnet, daß jährlich in Wien 14 bis 1500 neue Pianoforte verfertiget werden, worunter über 400 tafelförmige, über 200 aufrechtstehende, und mehr als 800 flügelförmige.

Viele darunter sind aus kostbaren Hölzern, mit mehr oder weniger Bildhauer-Arbeit, mit Dronce zc. verziert, Key manchen die Tasten von Perlenmutter und Schildpatt. Außer Wien werden noch in Venedig und Mailand Pianoforte gemacht.

Der Handel mit diesen Instrumenten war im I. 1810, 1813, 1814 u. s. w. sowohl im Inlande, als nach dem Auslände sehr bedeutend, und noch jetzt, ungeachtet derselbe nicht mehr die vorige Lebhaftigkeit besitzt, kann derselbe erheblich genannt werden.

Von den in Wien verfertigten Pianoforte bleiben in der Monarchie, und gehen nach dem lombardisch-venerianischen Königreiche, nach Trieft, nach Ungarn, Galizien, Böhmen und nach den anderen Provinzen, die übrigen werden nach Sachsen, Nordteutschland, an den Rhein u. s. w. verschickt, und viele sind schon nach Rußland, Polen, Schlesien, Schweden, Holland, Italien u. s. w. verschickt worden.

Die meisten Versendungen machen noch jetzt, und besonders ins Ausland: Nannette Streicher geborne Stein, Fritz, Brodmann, C. Graf, Leschen, Seuffert, Walter und Sohn, Wachtel, Andr. Stein, Math. Müller u. a.

Ehe man in Erstaunen gerathen will, wie so viele Instrumente, die doch eine ziemlich lange Dauer haben, in einem Jahre neu angeschafft werden können, bedenke man, daß jetzt in jeder der vielen Residenzen Teutschlands mehrere Musikmeister sind, und in jedem Städtchen wenigstens ein Meister sich befindet, und man wird, wenn man für ganz Teutschland, das 30 Mill. Einwohner hat, nur 2000 Pianoforte annimmt die Zahl von 1500, welche auf unsere Monarchie fallen nicht groß finden.

Da die musikalischen Instrumente, welche von Wien und aus dem österr. Staate verschickt werden, dem Geldbetrage nach größten Theils auö Pianoforre bestehen; so kann hier im Allgemeinen der Ausfuhrsbetrag jener Instrumente am schicklichsten angegeben werden.

Im J. 1807 betrug schon die Ausf. aus den teutsch-österr. Provinzen» die Summe von, 103,545 fl. 6 kr. (nach dem geringen Anschlage, der Key Mauthen gemacht wird), während die Einfuhr nicht mehr als 5027 fl. 23 kr. errichte.

Von Wien aus stieg die Ausf. musikalischer Instrumente nach dem Auslände (ebenfalls »ach dem geringen Mauthanschlage) im J. 1812 auf 100,129 fl. 9 kr., J. 1812 auf 43,705 fl. 24 kr., J. 1814 auf 101,824 fl., J. 1815 auf 229,040 fl., J. 1816 auf 258,467 fl. Die Emf. betrug in allen 5 Jahren zusammen, 4,27, fl. 46kr. Transits ging nichts.

Die Preise der Pianoforte waren zu Ende 1821 in Wien beyläufig folgende :

1) Flügelförmige und aufrechtstehende mit 6 Octaven kosteten von inländischen Hölzern ist bis 280 fl., von ausländischen Hölzern 250 bis 350 fl.; mit 6 ½ Octaven von inländischen Hölzern 200 bis 250 fl., von ausländifchen Hölzern 2Ko bis 550 fl. C. M. Verzierungen von Bronce, eingelegte Arbeit, Tastaturen von Perlenmutter und Schildkrötenschale werden besonders gerechnet, und treiben den Preis über 1000 fl. C. M. bis 260 Ducaten.

2) Quer-Pianoforte, seitwärts zu stimmen, kosten von inländischen Hölzern 100 bis 120 fl., von ausländischen Hölzern 120 bis 150 fl.; wenn sie aber vorne zu stimmen sind, von inländischen Hölzern 120 bis 150 fl., von ausländischen Hölzern 150 bis 200 fl. C.M.

Diese Instrumente sind viel wohlfeiler als die englischen. So kostete z. B.,82, bey Broadwood in London ein gewöhnliches Piansforte 90 bis 160 Guineen, ein kleines Querinstrument 32 Guineen. [...]" Darstellung des fabriks- und gewerbswesens in seinem gegenwärtigen zustande ..., 1824, p. 200-203


1830

"Man findet in Italien ausser einigen Wiener Flügeln nur tafelförmige, schlechte Instrumente. In Rome und Neapel etc., selbst in Florenz, Mailand und Turin sind gute Instrumente jetzt noch (1820 — 27) selten. Ausser den oben §. 5. genannten Pianoforte - Fabrikanten sind in Wien (ausser Streicher, s. §. 5.) Stein jun., Mart. Müller, Brodmann, Lauter, Fritz, Kraff [Graf], Leschen die berühmtesten." Aesthetisch-historische Einleitungen in die Wissenschaft der Tonkunst, 1830, p. 403

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