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BLÜTHNER
in
Leipzig

1854

MÜNCHEN - "5789 Julius Blüthner, Leipzig. Sachsen. - Belobende Erwähnung, für ein vortreffliches Fortepiano." Auszeichnungen bei der allgemeinen deutschen Industrie-Ausstellung zu München, 1854, p. 56

1862

LONDON - "7. Julius Blüthner, Pianoforte-Fabrikant in Leipzig, Ein Pianforte. 4 Ctr. 79 Pfd. | Reparatur." Übersicht der Zoll-Erleichterungen welche im Jahre ..., 1862, p. 64

1867

PARIS - "15. (S. 8.) Bechstein, Carl, Pianoforte-Fabrikant, Hoflieferant, Berlin. Med. London 1862. Repräs. : Gustave Kühn, 11, Rue d'Enghien.

- 1 Concertflügel mit Schrägübereinanderlaufenden Saiten, eisernem Stimmstock, 7 ½ Octaven Mechanismus mit ununterbrochener Auflösung, Nussbaumholz mit antiker Schnitzerei; - 1 Concertflügel derselben Construction in Jacaranda- (Polisander-) Holz;

- 1 Stutzflügel, 7 Octaven, von, A bis A, Mechanismus mit ununterbrochener Auflösung;

- 1 Pianino, dreichörig, mit überkreuzliegenden Saiten, 7 Octaven, von A bis A, Forte- und Harfen-Pedal, in Eichenholz, antik geschnitzt;

- 1 Pianino derselben Construction in Nussbaum mit Ebenholzschnitzerei.

In der 1856 gegründeten Fabrik werden gegenwärtig mit ca. 200 Arbeitern ungefähr 250 Flügel und über 200 Pianinos jährlich gefertigt.

Die Instrumente finden hauptsächlich ihren Absatz in ganz Deutschland, Italien, der Schweiz, Holland, England, Schweden und Norwegen, Russland und Ostindien." Amtlicher Special-Catalog der Ausstellung Preussens und der Norddeutschen ..., 1867, p. 41

PARIS - "8. (S. 8.) Blüthner, Julius, Hofpianoforte-Fabrikant, Leipzig. Repräs.: Herrmann Starcke, 50, Rue basse de rempart.

- 1 grosser symmetrischer Concertflügel;

- 1 pianino.

In dem seit 1853 besehenden Geschäft werden mit 110 Arbeitern und einem Betriebscapital von 80,000-100,000 Thlr. jährlich 500 Stück diverse Pianoforte producirt." Amtlicher Special-Catalog der Ausstellung Preussens und der Norddeutschen ..., 1867, p. 40

1873

VIENNA - "8. Blüthner, J. (Commercienrath J. Blüthner), Leipzich. - Div. Flügel und Pianinos. Gegründet 1853.

Vollständige Pianoforte-Fabrik. 1871 wurden 394 Flügel und 401 Pianinos, sowie 8 tefelförmige Instrumente für 261,851 thlr. gefertigt.

Absatz zur Hälfte in Deutschland, theilweis auch über See. Direct Personal 17 Pers. 410 Arb. [Arbeiters] in der Fabrik, 50 ausserhalb. Dampfm. von 25 Pf.Stärk." Amtlicher Katalog der Ausstellung des Deutschen Reiches, Weltausstellung 1873, Wien, p. 520

VIENNA - "Blüthner ist Inhaber der grössten Clavierfabrik, welche gegenwärtig in Deutschland besteht, er nimmt hier nach dieser Seite hin dieselbe Stellung ein, wie Steinway in Amerika.

Die Firma wurde im Jahre 1853 gegründet; ihre Fabriksgebäude umfassen jetzt eine Fläche von 40.000 Quadratfuss (der Ankauf des angrenzenden Grundstückes von derselben Ausdehnung ist ebenfalls in Aussicht genommen und bilden eine Zierde der Westvorstadt in Leipzig.

Das Arbeiterpersonale besteht aus 420 Köpfen und findet sich in So Arbeitssälen vertheilt; 3 Magazine sind für die Aufbewahrung und Vorbereitung des Materiales bestimmt.

Hölzer sind stets für 10.000 Instrumente vorräthig und dieHolz-Wärmeräume haben hinlänglich Platz für das Material zu 800 Instrumente, dessen gleichzeitige Austrocknung in bester Weise bewirkt werden kann, da in diesen Räumen sich eine Wärmesteigerung bis zu 50 Grad erzielen lässt; 4 grosse Säle dienen zur Aufbewahrung der im Bau begriffenen, und 5 kleinere Säle zur Aufstellung der fertigen Instrumente; auch ein prächtiger Concertsaal reiht sich an diese Räumlichkeiten.

In der Fabrication herrscht das Princip der Arbeitstheilung, für jedes kleine Theilchen des Pianofortes sind besondere Arbeiter bestellt, welche nur immer diesen einen Theil anfertigen und dadurch natürlicherweise in Folge fortgesetzter Uebung die grösste Geschicklichkeit erlangen; für jede Arbeitsabtheilung ist ein eigener Werkführer aufgestellt, die wieder von einem praktisch gebildeten Inspector überwacht werden, wodurch eine fortlaufende Controle der Arbeiter erzielt wird.

Die Säle reihen sich so aneinander, dass beim Transportiren der Instrumente zur weiteren Vollendung nicht der geringste Zeitverlust entsteht.

Drei Fahrstühle, die durch Dampf in Bewegung gesetzt werden, vermitteln den Transport zwischen den verschiedenen Etagen. In den Parterreräumlichkeiten befindet sich die Tischlerei zur Anfertigung der Kästen (Corpora) und im Souterrain der Gebäulichkeit die Schlosserei, zwei Schmiede-Werkstätten mit 58 Arbeitern und 11 Dampfmaschinen.

Die Fabrik liefert monatlich circa 80 Flügel und 50 Pianinos, welche in Deutschland, im übrigen Europa und Amerika ihren Hauptumsatz finden. Aber Blüthner wirkt nicht nur praktisch in seinem Fache, sondern auch theoretisch.

Das von ihm und Dr. Gretschel verfasste und in Weimar bei Voigt erschienene Lehrbuch des Clavierbaues ist für Claviermachergehilfen und angehende Pianofabrikanten von unbedingt grossem Vortheil, da es überhaupt das einzige Werk ist, welches nach den grossen Fortschritten der letzten Jahre in lavierbau über denselben in deutscher Sprache erschienen ist.

Aus Blüthners Fabrik trafen wir in der Ausstellung zwei Concert- und einen Salonflügel an; unter den beiden ersten einen mit Erard'scher Mechanik, die beiden anderen mit Blüthnerscher Mechanik. In neuester Zeit ist Blüthner mit einer Mechanik aufgetreten, welche die höchste Beachtung verdient.

Dieselbe erreicht in allen Ansprüchen, welche der Pianist an eine gute Mechanik stellt, diejenige Erard's, von deren Grundsystem sie ihrem Wesen nach, wie alle neueren Mechaniken, ihren Ausgangspunkt genommen hat.

Durch zwei Schrauben wird eine Brücke auf den Claves festgehalten, an deren Ende sich ein drehbarer Stösser befindet; daran ist ein horizontaler Arm, welcher durch eine zarte Feder vom Clavis weggedrückt wird.

Der Stösser sitzt unter einer gepolsterten Nase des Abstractes, in dessen unterem Ende ein Metallstift angebracht ist, welcher in einem Schnabelleder spielt, während das obere Ende in einer Gabel ausläuft, in welcher sich eine durch die Hammernuss gehende Achse befindet. Zwei Knöpfchen begrenzen die Bewegung des Stössers.

Eine rechtwinklig gebogene Drahtfeder, welche theils in der Brücke, theils im Abstract befestigt ist, hält letzteren oben, wenn der Clavis vorne niedergedrückt bleibt, und auch der Stösser ausgelöscht worden ist, und ermöglicht auf diese Art in ebenso einfacher als vorzüglicher Weise die Repetition.

Das System auf den zwei Federn gibt dem ganzen Mechanismus einen bedeutenden Grad von Elasti cität und gestattet die feinsten Nuancirungen des Anschlags. Die Mechanik wurde bereits im Jahre 1856 patentirt.

In Folge einiger angebrachten Veränderungen namentlich durch das Verstellen der Drehpunkte ist sie aber jetzt zu ihrer äussersten Vollendung gelangt und hat auf der Wiener Weltausstellung sich mit Recht den ersten Platz unter den besten Mechaniksystemen erobert.

Die drei vorgeführten Instrumente gehören überhaupt zu den vollendetsten, was uns das deutsche Reich, ja die Ausstellung auf diesem Terrain vorführte und bewährt den Ruhm der Firma aufs beste.

Wenn bei den Schiedmayerschen Pianos ein anmuthiges, weiches Klangwesen in den Vordergrund tritt, so zeichnet sich hier, namentlich bei den grossen Flügeln, der Ton durch Grösse, Breite und insbesondere durch eine ungemeine Schattirungsfähigkeit aus; er ist dazu edel, gesangvoll und jeder Modulation fähig.

Auf Grund so glänzender Eigenschaften, zu denen noch die leichte und bequeme Spielart zu rechnen ist, hat die Jury Herrn Blüthner mit dem Ehrendiplom bedacht." Officieller Ausstellungs-Bericht, 1874, p. 37-38

1876

PHILADELPHIA - "606 Julius Blüthner, Leipzig. - Table and upright pianos. - Agent : G. Herzberg. Established 1853. Manufacture of table and upright pianos. Premiums : P. 67, Vienna 73 dipl. of honor." Amtlicher Katalog: Weltausstellung in Philadelphia 1876, Deutsche Abteilung, p. 89

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